Petrowa: Schiffsangriffe könnten am Montag Thema im EU-Außenrat werden
Bulgariens Außenministerin sagte im BNT, Kiew habe keine Belege zur Herkunft der Drohnen geliefert. Zudem werde über bulgarisches Gas für die Ukraine via Türkei gesprochen.

Archivbild · Foto: Unknown authorUnknown author / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Angriffe auf zwei Handelsschiffe in Bulgariens ausschließlicher Wirtschaftszone könnten am Montag, 12. Oktober, beim Rat der EU-Außenminister zur Sprache kommen. Das sagte Außenministerin Welislawa Petrowa am Samstag in einem Interview mit dem Staatssender BNT. Die Fakten deuteten auf eine Eskalation und eine Ausweitung des Konflikts auf das Schwarze Meer hin, sagte sie. Die Sicherheit in der Region müsse auf Ebene von EU und NATO behandelt werden, nicht nur national.
Zur Frage nach Artikel 4 des NATO-Vertrags sagte Petrowa, die nötigen Beratungen hätten in den Tagen nach den Vorfällen faktisch stattgefunden – unabhängig davon, ob das Verfahren formell ausgelöst worden sei. Ihr Ministerium habe von der Ukraine keine Informationen erhalten, die die Darstellung stützten, die Drohnen seien russisch gewesen. Umgekehrt habe auch Bulgarien Kiew keine solchen Daten übermittelt. Eine dauerhafte Lösung sei nur durch Frieden und echte Verhandlungen möglich.
Zudem werde über Lieferungen bulgarischen Gases über die Türkei in die Ukraine gesprochen, sagte Petrowa. Das hänge von einer Vereinbarung zwischen dem Netzbetreiber Bulgartransgaz und dem ukrainischen Konzern Naftogaz sowie von ausreichenden Transitmengen ab. Im Frühjahr richtet Bulgarien gemeinsam mit der EU-Kommission einen Gipfel zum sogenannten Mittleren Korridor aus.
