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Bulgarien: Kasse prüft erstattete Medikamente jetzt in Echtzeit an der Apothekentheke

Nach Kontrollen in 21 Apotheken mit Schäden von über 1 Million Euro gleicht Bulgariens Gesundheits-IT den Code jeder von der Kasse bezahlten Packung sofort ab. Bei Abweichungen wird die Abgabe gestoppt.

Regale mit Medikamentenpackungen in einer Krankenhausapotheke (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: User:Mattes / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)

Bulgariens Nationale Krankenkasse (НЗОК) kontrolliert die Abgabe der von ihr bezahlten Medikamente künftig in Echtzeit. Wie die Nachrichtenagentur Focus und das Portal Mediapool am 30. Oktober berichteten, prüft das Nationale Gesundheitsinformationssystem (НЗИС) dafür den GTIN-Produktcode jeder Packung bereits in dem Moment, in dem sie in der Apotheke über die Theke geht. Bisher wurden Unstimmigkeiten erst nachträglich festgestellt – laut Mediapool erst Monate nach der Zahlung.

Anlass sind gemeinsame Kontrollen der Kasse mit der Staatsagentur für nationale Sicherheit (ДАНС) und der Wirtschaftspolizei. Bei Prüfungen in 21 Apotheken in 12 Regionen stimmte die nationale Arzneimittelnummer auf dem Rezept nicht mit dem GTIN-Code der tatsächlich abgegebenen Packung überein; die dabei festgestellten, zu Unrecht aus dem Kassenbudget erhaltenen Beträge liegen nach diesen Angaben bei über 1 Million Euro. Namen von Apotheken wurden nicht genannt. Kassenchef Dr. Wladimir Daskalow sagte laut Focus: „Jede mit öffentlichen Mitteln bezahlte Packung wird jetzt in dem Moment geprüft, in dem sie die Apotheke verlässt.“

Technisch scannt die Apothekensoftware den 2D-Code auf der Packung und schickt den GTIN zusammen mit den übrigen Abgabedaten an das zentrale System. Passt der Code nicht zum verordneten Präparat, meldet das System einen Fehler und lehnt den Vorgang ab – die Abgabe auf Kassenkosten ist dann blockiert. Das Kontrollmodul hat das Unternehmen „Informazionno obslushwane“ entwickelt. Nach dessen Angaben haben die seit Anfang 2026 automatische Meldung eingelöster Rezepte und Online-Prüfungen bei der Verordnung die Fehler bei der Abgabe auf Kassenkosten bereits um mehr als 98 Prozent verringert. Apotheken müssen Software nutzen, die den GTIN korrekt übermittelt.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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