Forscher Quent warnt: Magdeburg könnte Drehkreuz rechtsextremer Ideologie werden
Der Rechtsextremismusforscher Matthias Quent sieht Sachsen-Anhalt als möglichen Knotenpunkt der Szene. Martin Sellner gründete dort kurz vor der Landtagswahl ein „Institut“.

Symbolbild · Foto: Wolfgang Pehlemann Germany / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de (zugeschnitten und skaliert)
Der Soziologe und Rechtsextremismusforscher Matthias Quent warnt, Magdeburg könne zu einem internationalen Hotspot der Produktion rechtsextremer Ideologie werden. Das berichtet das luxemburgische „Tageblatt“. Hintergrund ist ein „Institut“, das der österreichische rechtsextreme Aktivist Martin Sellner Ende August 2026, wenige Tage vor der Landtagswahl, gegründet hat; es ist beim Amtsgericht Stendal eingetragen, die Firmenadresse liegt in Chemnitz.
Sellner schrieb auf X, er wolle über „Knotenpunkte in Wien und Sachsen-Anhalt“ ganz Europa beeinflussen. Laut dem Bericht wirbt er für einen „Regime Change von rechts“ und für das Konzept der „Remigration“, das die Zeitung als Deckmantel für massenhafte Abschiebungen beschreibt.
Sachsen-Anhalt hat bislang keine AfD-Regierung. Die AfD hatte die Landtagswahl am 6. September mit 43,8 Prozent gewonnen. Ihr Ko-Fraktionschef Ulrich Siegmund, der Ministerpräsident werden will, nahm wie Sellner 2023 an einem Treffen in Potsdam teil, bei dem es um „Remigration“ ging. Laut ZDF will sich Siegmund in der Dezember-Sitzung des Landtags zur Wahl stellen.
