Deep Purple 1993: „Highway Star“ aus Birmingham – Blackmores letzter Sturm
Der Opener aus dem Konzertfilm „Come Hell or High Water“: Deep Purple in der klassischen Mark-II-Besetzung, gefilmt am 9. November 1993 in der NEC Birmingham – wenige Tage vor Blackmores Abschied.
Foto: Fredamas / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Video zur Single: YouTube · DeepPurpleVEVO · youtube.com
Am 9. November 1993 spielten Deep Purple in der NEC in Birmingham das letzte von vier ausverkauften Großbritannien-Konzerten ihrer „The Battle Rages On“-Tour – und die Kameras liefen. Daraus entstand der Konzertfilm „Come Hell or High Water“, der komplett an diesem Abend gedreht wurde. „Highway Star“ war der Opener des Sets, und gerade diese Nummer ist legendär: Ritchie Blackmore fehlte zunächst auf der Bühne, die Band begann ohne ihn und er stieg erst zum Gitarrensolo ein. Für den Film wurde die Eröffnung stark geschnitten.
Auf der Bühne stand die klassische Mark-II-Besetzung, die sich 1992 zum 25-jährigen Bandjubiläum wiedervereint hatte: Ian Gillan (Gesang), Ritchie Blackmore (Gitarre), Jon Lord (Orgel, Keyboards), Roger Glover (Bass) und Ian Paice (Schlagzeug). Blackmore hatte dem Dreh nur unter der Bedingung zugestimmt, dass keine Kameras auf der Bühne sind. Als ein Kameramann blieb, schüttete er nach dem Solo ein Glas Wasser in Richtung einer Kamera – vom Publikum aus sah es so aus, als gelte es Gillan. Blackmore erklärte später, die Aktion sei „in keiner Weise“ gegen ein Bandmitglied gerichtet gewesen.
Der Abend war der Schlusspunkt einer zerrütteten Tour: Bereits nach dem Prager Konzert am 30. Oktober hatte Blackmore schriftlich gekündigt. Sein letzter Auftritt mit Deep Purple folgte am 17. November 1993 in Helsinki, für die Japan-Termine sprang Joe Satriani ein, später übernahm Steve Morse. „Come Hell or High Water“ erschien 1994 als Video und Live-Album; die DVD erhielt in Großbritannien Gold und in Australien Platin. Die vollständigen Shows aus Stuttgart und Birmingham folgten 2006 in der Box „Live in Europe 1993“.
