KI im Labor: Anthropic kauft Ein-Personen-Biotechfirma und zeigt Pharma-Ergebnisse
Anthropic hat die Ein-Personen-Firma Mithril Medicine übernommen, die Therapien gegen seltene Muskelerkrankungen entwickelt. Zugleich legt der Claude-Entwickler Zwischenergebnisse aus sechs Pharma-Kooperationen vor.

Archivbild · Foto: TechCrunch / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Anthropic baut sein Geschäft mit der Arzneimittelforschung aus. Der Claude-Entwickler hat Mithril Medicine übernommen, ein Unternehmen mit nur einem Mitarbeiter, das Behandlungen für zwei seltene Formen der Muskeldystrophie entwickelt. Gründer Cody Tranbarger koordinierte laut Anthropic mithilfe von Claude Verträge, Logistik und Versuche mit elf externen Laboren und brachte einen Wirkstoffkandidaten in weniger als 18 Monaten von der Idee zu vielversprechenden Ergebnissen an Mäusen. Halten die Kandidaten, könnten frühestens Ende 2028 Studien am Menschen beginnen.
Zugleich veröffentlichte Anthropic am 27. Oktober Zwischenergebnisse mit sechs Partnern, darunter Bristol Myers Squibb, Generate Biomedicines und Enveda. Bei Enveda sank die Zeit für die Prüfung von Herstellungsunterlagen nach Firmenangaben um 89 Prozent, von mehr als 25 auf unter drei Stunden; in einem Test fand Claude alle elf Fehler, die Menschen entdeckt hatten, und sieben weitere. Divergence Labs erzeugte mit Claude in rund einem Monat etwa 35.000 Antikörper-Entwürfe gegen Allergien.
Unabhängig überprüft sind die Zahlen nicht: Es handelt sich um von den Partnern ausgewählte Fallbeispiele ohne gemeinsamen Vergleichsmaßstab. Ein zugelassenes Medikament gibt es aus den Projekten bisher nicht. Bristol Myers Squibb nutzt Claude, um frühe Studienpläne und deren Erfolgsaussichten zu bewerten, und will die Zusammenarbeit 2027 ausweiten.
