Immobilien in Bulgarien: Bank UBB sieht negative Realzinsen – und erwartet Abkühlung
Wohnkredite kosten laut UBB im Schnitt 2,42 Prozent, die Inflation liegt höher. Bei den Hauspreisen liegt Bulgarien EU-weit auf Platz zwei hinter Portugal.

Symbolbild · Foto: Gligan (talk) / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bulgariens Wohnungsmarkt bleibt trotz weniger Verkäufe robust – auch weil Kredite real kaum etwas kosten. Das geht aus einer am 21.10.2026 veröffentlichten Analyse der Bank UBB (Obedinena Balgarska Banka) auf Basis von Daten des Statistikamts NSI hervor. Demnach lag der Durchschnittszins für neue Wohnungsbaukredite im August bei 2,42 Prozent und damit unter der jährlichen Inflationsrate von 5,0 Prozent; real waren die Hypothekenzinsen also negativ. Das Volumen der Wohnungsbaukredite erreichte laut Bulgarischer Nationalbank zuletzt 19,3 Milliarden Euro, 25,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, berichtete Dir.bg.
Die Wohnungspreise stiegen im zweiten Quartal laut NSI um 15,5 Prozent zum Vorjahr und um 4,5 Prozent zum Vorquartal. Im EU-Vergleich liegt Bulgarien laut UBB damit auf Platz zwei hinter Portugal (16,5 Prozent) und vor Litauen (14,3 Prozent); im Schnitt der EU waren es 4,7 Prozent, in der Eurozone 4,0 Prozent. Unter den großen Städten legte Plowdiw im Quartal am stärksten zu (plus 5,8 Prozent), gefolgt von Stara Sagora, Warna und Sofia; nur in Burgas sanken die Preise (minus 1,5 Prozent).
Die Zahl der Verkäufe lag im zweiten Quartal laut UBB 18,1 Prozent unter dem Vorjahr, ihr Wert 5,8 Prozent; gegenüber dem ersten Quartal zogen beide aber deutlich an. Chefökonom Emil Kaltschew erwartet, dass sich der Preisanstieg mittelfristig allmählich verlangsamt – wegen schwächer wachsender Löhne und weil der Zyklus steigender Zinsen in der Eurozone auch Bulgarien erreicht.
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