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Karpaltunnelsyndrom: 15-minütige Behandlung mit Kochsalz wirkt laut Studie lange

Bei einer ultraschallgesteuerten Hydrodissektion wird der eingeengte Handnerv mit Flüssigkeit freigelegt. In einer kleinen Studie hielt der Effekt sechs Monate – auch ganz ohne Kortison.

Symbolbild: Person massiert ihre Hand

Symbolbild · Foto: Ian Furst / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Ein kurzer Eingriff unter Ultraschallsicht könnte Menschen mit Karpaltunnelsyndrom länger helfen als die übliche Kortisonspritze. Das berichten Ärztinnen und Ärzte aus Indien in der Fachzeitschrift Radiology der Radiologischen Gesellschaft Nordamerikas (RSNA, Mitteilung vom 21.10.2026). Beim Karpaltunnelsyndrom wird der Mittelnerv im Handgelenk eingeengt; Taubheit, Kribbeln und Schmerzen in der Hand sind typische Folgen. Bei der sogenannten Hydrodissektion spritzt der Arzt unter Ultraschallkontrolle Flüssigkeit um den Nerv, um ihn vom umliegenden Gewebe zu lösen.

Die Studie unter Leitung von Anindita Bose vom Mahatma Gandhi Medical College in Jaipur umfasste 63 Patientinnen und Patienten, deren Beschwerden trotz herkömmlicher Behandlung anhielten. Sie wurden zufällig drei Gruppen zugeteilt: Hydrodissektion mit Kochsalzlösung, Hydrodissektion mit Kochsalz und Kortison oder nur eine Kortisonspritze. Nach vier Wochen ging es allen Gruppen besser. Bei der reinen Kortisonspritze kehrten die Beschwerden später jedoch zurück, in den Hydrodissektions-Gruppen hielt die Besserung nach zwölf Wochen und sechs Monaten an. Kortison brachte dabei keinen zusätzlichen Nutzen. Die Schwellung des Nervs ging um etwa 43 bis 45 Prozent zurück, mit Kortison allein um rund 15 Prozent.

Der Eingriff dauerte im Schnitt etwa 15 Minuten, kam ohne Narkose und Klinikaufenthalt aus, und laut den Autoren traten keine nennenswerten Komplikationen auf. Mitautorin Anupama Tandon sieht darin eine mögliche Option bei leichtem bis mittelschwerem Karpaltunnelsyndrom, die eine Operation hinauszögern oder manchmal ersparen könne. Die Studie ist jedoch klein und lief nur ein halbes Jahr; größere Untersuchungen mit längerer Nachbeobachtung seien nötig, betonen die Forschenden.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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