Krankenkasse 2027: Offiziell 2,9 Prozent Zusatzbeitrag – viele zahlen schon mehr
Der Schätzerkreis hält den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für 2027 stabil. Tatsächlich verlangen die Kassen laut GKV-Spitzenverband schon jetzt im Schnitt 3,13 Prozent.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Für gesetzlich Versicherte bleibt der rechnerische Zusatzbeitrag 2027 unverändert. Der sogenannte Schätzerkreis aus Bundesgesundheitsministerium, Bundesamt für Soziale Sicherung und GKV-Spitzenverband setzte den durchschnittlichen Zusatzbeitrag am 14.10.2026 erneut auf 2,9 Prozent an, berichtete der Evangelische Pressedienst (epd). Hinzu kommt der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent; Beschäftigte und Arbeitgeber zahlen beides je zur Hälfte. Für 2027 erwartet das Gremium Einnahmen des Gesundheitsfonds von 320,7 Milliarden Euro und Ausgaben der Kassen von 378,1 Milliarden Euro; die Lücke soll der Zusatzbeitrag schließen.
Der Durchschnittswert ist allerdings eine reine Rechengröße. Was Mitglieder tatsächlich zahlen, legt jede Kasse selbst fest – und kann es auch im laufenden Jahr erhöhen. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands stieg der tatsächlich erhobene Zusatzbeitrag zum Jahresbeginn 2026 im Schnitt von 2,94 auf 3,13 Prozent, berichtete Cash-Online am 15.10.2026. Laut der Liste des Verbands mit 93 Kassen (Stand 10.10.2026) reichen die Sätze von 2,18 bis 4,39 Prozent.
Kassenvertreter rechnen laut Cash-Online auch für 2027 mit einem tatsächlichen Durchschnitt von mindestens 3,1 Prozent. Zur Einordnung: Bei einem Bruttolohn von 3.500 Euro im Monat entsprechen 2,9 Prozent rechnerisch 101,50 Euro, davon trägt der Beschäftigte die Hälfte, also rund 50,75 Euro. Jeder Prozentpunkt mehr beim Zusatzbeitrag kostet ihn in diesem Beispiel weitere 17,50 Euro im Monat. Welche Sätze die einzelnen Kassen für 2027 verlangen, steht noch nicht fest.
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.
