Kälte und weniger Wind: Gaskraftwerke liefern so viel Strom wie seit Februar nicht
Deutsche Gaskraftwerke haben am Mittwoch im Schnitt rund 10,1 Gigawatt eingespeist. Die Gasspeicher sind nur zu gut 61 Prozent gefüllt, der Gaspreis erreichte zuletzt 90 Euro.

Symbolbild · Foto: Christian A. Schröder (ChristianSchd) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Kälteeinbruch und ein deutlicher Rückgang der Windstromerzeugung haben die Gaskraftwerke in Deutschland stärker gefordert. Nach einer Auswertung von Daten der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts durch die Berliner Zeitung stieg ihre durchschnittliche Leistung von etwa 9,3 Gigawatt am Dienstag auf rund 10,1 Gigawatt am Mittwoch. Das war der höchste Tagesdurchschnitt seit dem 25. Februar. Gegen 19.30 Uhr lag die Spitze bei fast 13,7 Gigawatt. Gleichzeitig sank die Windstromerzeugung im Schnitt von etwa 21,7 auf rund 16 Gigawatt.
Die Gasspeicher waren laut dem Lagebericht der Bundesnetzagentur vom 22. Oktober zu etwa 61,1 Prozent gefüllt, das entspricht rund 151 Terawattstunden. Die Behörde bezeichnet das als deutlich unter den Werten früherer Vergleichszeiträume, hält die Versorgungssicherheit aber weiterhin für gewährleistet. Vom 14. bis 20. Oktober kamen 17,5 Terawattstunden Gas per Pipeline und 1,6 Terawattstunden über die deutschen LNG-Terminals ins Land.
Am europäischen Großhandelsmarkt stieg der Preis für Gas mit Lieferung im nächsten Monat am niederländischen Handelspunkt TTF am 20. Oktober laut dem Branchendienst GMK Center erstmals seit fast vier Jahren auf 90 Euro je Megawattstunde und fiel bis Handelsschluss wieder. Als Gründe werden niedrige Speicherstände, Störungen bei Lieferungen aus Norwegen und ausbleibende LNG-Lieferungen aus Katar durch die Straße von Hormus genannt. Ob höhere Großhandelspreise bei Haushalten ankommen, hängt nach Angaben der Bundesnetzagentur unter anderem von der Dauer des Nahost-Konflikts und den Verträgen der Versorger ab.
