Merz drängt auf EU-Erweiterung – Nordmazedonien bleibt im Streit mit Bulgarien
Beim Westbalkan-Gipfel in Montenegro wirbt der Kanzler für einen schnelleren EU-Beitritt der Region. Nordmazedoniens Weg wird durch den Konflikt mit Bulgarien gebremst.

Archivbild · Foto: Steffen Prößdorf / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat beim Westbalkan-Gipfel des Berliner Prozesses in Montenegro eine schnellere EU-Integration der sechs Westbalkan-Staaten gefordert. „Der westliche Balkan darf nicht zu einem Ort werden, an dem große Mächte um Einfluss ringen“, sagte Merz am Donnerstag in Sveti Stefan. Die EU-Integration sei ein geopolitisches Gebot; Montenegro sei „auf dem besten Weg, der EU bald beizutreten“. Und: „Andere müssen, andere werden folgen.“
Für Nordmazedonien ist der Weg nach Brüssel weiter steinig. Das Land werde „durch den Streit mit Bulgarien über historische, sprachliche und verfassungsrechtliche Fragen gebremst“, schreibt die „Berliner Zeitung“. Auch ZDFheute verweist darauf, dass Nordmazedonien trotz großer Reformanstrengungen immer wieder von den EU-Nachbarn Bulgarien und Griechenland blockiert werde.
Montenegro hat alle 33 Verhandlungskapitel eröffnet; Regierungschef Milojko Spajić will die Gespräche bis Ende 2026 abschließen und 2028 als 28. Mitglied beitreten. Österreichs Kanzler Christian Stocker kritisierte, es sei „nicht erklärbar, warum sechs Staaten des Westbalkans schlechter gestellt sein sollen als Ukraine oder Moldau“. Österreich übernimmt 2027 den Vorsitz im Berliner Prozess, den Angela Merkel 2014 ins Leben gerufen hatte.
