Kagame-Kritiker in Uganda tot aufgefunden – Polizei ermittelt wegen Mordes
Ein ehemaliger ruandischer Feldwebel und Youtuber, der Präsident Kagame kritisierte, ist nahe Kampala getötet worden. Die Familie erhebt Vorwürfe gegen Ruandas Armee, Kigali schweigt.

Archivbild · Foto: The Presidential Press and Information Office / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
In Uganda ist ein im Exil lebender Kritiker des ruandischen Präsidenten Paul Kagame getötet worden. Angehörige identifizierten die Leiche als die des 50-jährigen früheren Feldwebels Robert Kabera. Sie wurde laut Polizei im Gebiet Kamengo im Bezirk Mpigi, rund 45 Kilometer von Kampala entfernt, in einem Gebüsch gefunden; der Kopf fehlt bis heute. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat am späten 16. oder frühen 17. Oktober geschah. Ein Motiv ist laut Polizei noch nicht bekannt.
Kabera war 2020 nach Uganda geflohen und hatte dort Asyl erhalten. Auf seinem Youtube-Kanal mit mehr als 144.000 Abonnenten kritisierte er die Regierung in Kigali. Ruandas Militär hatte ihn zur Fahndung ausgeschrieben und ihm ein Sexualdelikt vorgeworfen, was er bestritt. Sein Bruder sagte laut Al Jazeera, das Problem komme „von zu Hause“; die Armee habe gegen Kabera ein Strafverfahren konstruiert, es sei eine „Hexenjagd“ gewesen. Ruandas Regierung äußerte sich zunächst nicht; sie bestreitet grundsätzlich, Gegner im In- und Ausland ins Visier zu nehmen. Die Oppositionspartei RNC fordert eine gründliche Untersuchung.
