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Vogelgrippe: STIKO empfiehlt erstmals eine Impfung – aber nur für zwei Berufsgruppen

Laborpersonal und Einsatzkräfte der Tierseuchenbekämpfung sollen sich gegen zoonotische Influenza A(H5) impfen lassen. Für die Allgemeinbevölkerung sieht das RKI kein erhöhtes Risiko.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt erstmals eine Impfung gegen zoonotische Influenza A(H5), umgangssprachlich Vogelgrippe. Laut der im Epidemiologischen Bulletin 42/2026 des Robert Koch-Instituts veröffentlichten Empfehlung gilt sie für zwei Gruppen: Laborpersonal, das gezielt mit diesen Viren arbeitet, sowie Beschäftigte in der Tierseuchenbekämpfung und im Ausbruchsgeschehen. Vorgesehen sind zwei Dosen im Abstand von drei Wochen, möglichst vor einem Kontakt mit dem Virus. Angebot, Organisation und Kosten liegen beim Arbeitgeber oder der zuständigen Behörde, umgesetzt wird die Impfung vor allem über die Arbeitsmedizin. Schutzausrüstung ersetzt sie nicht.

Ziel ist laut STIKO, schwere Erkrankungen zu verhindern und das Risiko zu senken, dass sich das Virus an den Menschen anpasst. „Die Impfung könnte somit dazu beitragen, das Risiko einer Influenzapandemie zu senken“, schreibt die Kommission. In Deutschland und der EU wurden bislang keine A(H5)-Infektionen beim Menschen nachgewiesen. Für beruflich exponierte Menschen bewerten europäische und deutsche Behörden das Risiko als gering bis moderat, für die Allgemeinbevölkerung sieht das RKI kein erhöhtes Risiko. Nachweise bei Tieren haben laut Ärzteblatt aber zugenommen, etwa bei Rotfüchsen, Waschbären und Hauskatzen. Die saisonale Grippeimpfung schützt nicht vor A(H5).

In der EU sind drei A(H5)-Impfstoffe zugelassen; nur der 2023 zugelassene Zoonotic Influenza Vaccine Seqirus passt laut Ärzteblatt zur derzeit in Europa zirkulierenden Virusvariante. Regulär verfügbar sind die Impfstoffe in Deutschland nicht. „Ein belastbarer Zeitpunkt, ab dem A(H5)-Impfstoff in Deutschland verfügbar sein wird, kann derzeit nicht genannt werden“, teilte das RKI dem Ärzteblatt mit. Klinische Wirksamkeitsdaten fehlen wegen der wenigen Fälle beim Menschen; nach zwei Dosen zeigten sich hohe Antikörperraten ohne relevante Sicherheitssignale. Die STIKO bewertet die Evidenz als begrenzt. In Finnland ließen sich in der Zielgruppe bis Januar 2025 nur 8,6 Prozent impfen.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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