Görlitzer Park: Initiative stellt Senat und Bahn Ultimatum für gesperrte Brücke
Seit Juli ist die Fußgängerbrücke über den Landwehrkanal gesperrt. Die Initiative „Görli 24/7“ droht: Ist sie bis Sonntag nicht offen, wollen Anwohner sie selbst öffnen.

Symbolbild · Foto: Uli Herrmann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Im Streit um die gesperrten Brücken am Görlitzer Park verschärft eine Bürgerinitiative den Ton. Die Gruppe „Görli 24/7“ stellte dem Berliner Senat und der Deutschen Bahn am Dienstag ein Ultimatum: Die Fuß- und Radwegbrücke über den Landwehrkanal zwischen Alt-Treptow und dem Park in Kreuzberg soll bis Sonntag um Mitternacht wieder geöffnet werden. Andernfalls würden Anwohner die Öffnung nach Angaben der Initiative selbst übernehmen, wie der Tagesspiegel berichtet. Eine Reaktion von Senat, Bahn, Bezirk oder Polizei auf das Ultimatum wurde bis Mittwochvormittag nicht bekannt.
Die Bahn hatte die mehr als 100 Jahre alte Brücke im Juli gesperrt und verweist auf Korrosionsschäden und fehlende Verkehrssicherheit; das Bauwerk sei so marode, dass es abgerissen werden müsse. Die Initiative bestreitet eine Einsturzgefahr und verweist darauf, dass die Wege unter der Brücke weiter offen sind. Insgesamt sind seit Juli vier Brücken der früheren Görlitzer Bahn zwischen Alt-Treptow und Kreuzberg gesperrt, nachdem die Bahn den Mietvertrag mit dem Bezirk Treptow-Köpenick zum 30. Juni gekündigt hatte.
Der Senat hatte sich Anfang Juni bereit erklärt, die Flächen zu übernehmen; die Bahn bot ihm die Brücke zum Kauf an. Eine Zustandsprüfung ist für das Jahresende geplant, Ergebnisse und Empfehlungen sollen bis Ende 2026 vorliegen. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick fordert Gespräche auf höchster Senatsebene, die Anwohnerinitiative „ZusammenBrücken“ verlangt rasch Klarheit. Nach deren Zählungen nutzten Ende Mai zwischen 472 und 591 Menschen pro Stunde die Brücke.
