Bericht: Bundeswehr stuft Gefahr russischer Sabotage erstmals als „erheblich“ ein
Laut WDR und SZ warnt ein internes Papier vor russischen Anschlägen auf die Truppe. Eine Drohne nahe dem Fliegerhorst Wunstorf galt wohl Bundeswehr-Flugzeugen.

Archivbild · Foto: Raboe001 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de (zugeschnitten und skaliert)
Die Bundeswehr bewertet die Gefahr russischer Sabotage gegen ihre Truppen in Deutschland erstmals als „erheblich“, die zweithöchste Stufe ihrer Skala. Das berichten WDR und Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf eine interne Lageeinschätzung. Russland sei demnach fast sicher zu solchen Angriffen fähig und habe sehr wahrscheinlich inzwischen auch die Absicht dazu. Ziel sei vor allem, die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine in Politik und Gesellschaft zu schwächen.
Hintergrund sind zwei Drohnenfunde. Anfang August wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff bestückte Drohne entdeckt, die laut den Berichten wohl ukrainische Frachtflugzeuge treffen sollte. Mitte September fand ein Landwirt nahe dem Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen eine Drohne ähnlicher Bauart. Nach technischen Analysen des Bundeskriminalamts lag sie den Berichten zufolge wohl schon rund zwei Jahre dort; die Ermittler gehen davon aus, dass sie gegen Flugzeuge der Bundeswehr eingesetzt werden sollte.
Das Papier wertet Leipzig als mittelbare, Wunstorf dagegen sehr wahrscheinlich als direkte Bedrohung der Bundeswehr. Mit dem Einsatz von Drohnen mit kinetischer Wirkung sei „eine bisher antizipierte rote Linie der Schädigungsabsicht mit kinetischer und/oder letaler Wirkung“ überschritten, heißt es darin laut den Berichten. Das Papier rechnet demnach mit einer kurzfristigen Verschärfung der Lage und mit Aktionen in naher Zukunft. Eine offizielle Stellungnahme der Bundeswehr oder der Bundesregierung zu dem eingestuften Papier lag zunächst nicht vor.
