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44 tote Soldaten: Polen empört über Hegseths Afghanistan-Spott

US-Verteidigungsminister Hegseth hat die Rolle der Verbündeten in Afghanistan kleingeredet. Tusk und Sikorski reagieren scharf – und werfen Präsident Nawrocki Schweigen vor.

Äußerungen von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth über den Afghanistan-Einsatz sorgen in Polen für Empörung. Vor Kadetten an der Universität von Tennessee sagte Hegseth am Samstag mit Blick auf die mehr als 50 Flaggen im Hauptquartier der Nato-geführten ISAF-Truppe: „Es waren vielleicht fünf, die etwas beigetragen haben.“ Am Ende seien es eher „ein oder zwei“ gewesen, die an Kampfeinsätzen beteiligt waren. Zudem zitierte er den Witz, ISAF stehe für „I Saw Americans Fighting“. Später räumte Hegseth ein, das sei ein Scherz gewesen, der aber Frust über die Lastenteilung widerspiegle.

Polens Außenminister Radosław Sikorski schrieb: „Sagen Sie das den Familien der 44 polnischen Soldaten, die bei der Sicherung der schwierigen Provinz Ghazni gestorben sind.“ Regierungschef Donald Tusk las die Nachricht eines früheren Armeesanitäters vor: „Bitte setzen Sie sich für die Soldaten ein, ich flehe Sie an.“ Tusk sagte, er habe erwartet, dass sich Präsident Karol Nawrocki äußere, „es scheint, ich habe mich verrechnet“. Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty nannte Hegseths Worte „skandalös“.

Auch London widersprach: Ein Sprecher von Premierminister Andy Burnham sagte, es sei „falsch, ihre Rolle kleinzureden“; Großbritannien verlor in Afghanistan 457 Soldaten. Mehr als 33.000 polnische Soldaten dienten dort. In Afghanistan kamen mehr als 1100 Soldaten aus Nato-Staaten außer den USA und Partnerländern ums Leben, dazu nach Zahlen von 2021 2465 US-Soldaten. Bereits Anfang des Jahres hatte US-Präsident Donald Trump mit der Aussage, nichtamerikanische Nato-Truppen hätten sich „ein wenig abseits der Frontlinien“ gehalten, Kritik bei Verbündeten ausgelöst.

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