Griechenland: Lehrer streiken, Studenten zelten am Syntagma-Platz
Grundschullehrer legen heute 24 Stunden die Arbeit nieder, Ärzte und Staatsbedienstete schließen sich an. Zentrale Kundgebung in Athen ist am Mittag an den Propyläen.

Archivbild · Foto: Tomisti / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Protestwelle in Europa erreicht Griechenland: Der Grundschullehrerverband DOE hat für Mittwoch einen 24-stündigen Streik ausgerufen, der Verband der Sekundarschullehrer OLME eine Arbeitsniederlegung von 11 bis 14 Uhr. Auch die Krankenhausärzte (OENGE) streiken landesweit, die Dachgewerkschaft des öffentlichen Dienstes ADEDY legt ab 11 Uhr die Arbeit nieder. Die zentrale Bildungskundgebung in Athen beginnt um 12 Uhr an den Propyläen, weitere sind unter anderem in Thessaloniki und Patras geplant. Studenten hatten bereits am Dienstagabend Zelte auf dem Syntagma-Platz aufgeschlagen.
Die Lehrer fordern höhere Gehälter, die Wiedereinführung von zwei zusätzlichen jährlichen Gehaltszahlungen, feste Stellen und kleinere Klassen. Nach Angaben der Gewerkschaft verdient fast die Hälfte der Lehrkräfte höchstens 1000 Euro im Monat. Schüler und Studenten verlangen mehr Geld für Bildung, bezahlbaren Wohnraum und sicherere Schulgebäude; an Schulen in Korydallos, Lamia und Thessaloniki waren Deckenteile heruntergefallen. „Von Griechenland bis Frankreich kämpfen wir für öffentliche und kostenlose Bildung“, erklärten die studentischen Organisatoren.
Die griechische Polizei ist nach Angaben von „Parapolitika“ in voller Alarmbereitschaft, Sicherheitsmaßnahmen gelten seit Dienstagabend. Die Behörden erwogen laut „To Vima“, zentrale Metrostationen in Athen zu schließen. Schulen und öffentlicher Nahverkehr dürften beeinträchtigt sein; Eltern wird geraten, sich bei den Schulen über den Unterricht zu informieren. Die Krankenhausärzte, die unter anderem höhere Gehälter und feste Stellen fordern, wollten sich um 12 Uhr vor dem Finanzministerium versammeln. Rentnerorganisationen riefen zu einem Treffen am Kotzia-Platz und einem Marsch zum Gesundheitsministerium auf.
