„Euer Frieden ist Kapitulation“: Protest in Sofia – Radew wittert alte Koalition
Vor dem Präsidialamt forderten Demonstranten nach den Angriffen im Schwarzen Meer eine härtere Linie. Der Premier griff die Organisatoren an, Wassilew lud ihn auf den Platz ein.
Foto: Anton Lefterov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Video: YouTube · Euronews Bulgaria · youtube.com
Am Dienstagabend haben Menschen auf dem Platz Nesawissimost in Sofia unter dem Motto „Euer Frieden ist Kapitulation! Eure Diplomatie ist Isolation!“ demonstriert. Anlass sind die Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer und Drohnen nahe der bulgarischen Grenze. Laut bTV stehen 22 Initiatoren hinter dem Aufruf, darunter Ex-Verteidigungsminister Todor Tagarew, Ex-Umweltminister Borislaw Sandow und der frühere Botschafter in Moskau, Ilijan Wassilew. Die Demonstranten fordern eine entschlossenere Verteidigungspolitik und engere Zusammenarbeit mit EU und Nato. Eine Teilnehmerzahl wurde nicht genannt.
„Illusionen schützen kein Leben. Schweigen ist keine Strategie“, erklärten die Organisatoren. Ministerpräsident Rumen Radew sagte, der Plan der Organisatoren werde immer klarer: „Die Sglobka wiederzubeleben, Borissow und Peewski reinzuwaschen, mit ihnen zusammen an die Macht zurückzukehren, weil sie es allein nicht können.“ Die „Sglobka“ war das frühere Regierungsbündnis um GERB und DPS. Der Chef von „Wir setzen den Wandel fort“, Asen Wassilew, forderte Radew auf, selbst zum Protest zu kommen, und erinnerte daran, dass das Verfassungsgericht am selben Tag Teile seines Haushalts für verfassungswidrig erklärt hatte. Seit Radew regiere, stürzten Drohnen über bulgarischem Gebiet ab und würden Schiffe in der Wirtschaftszone des Landes versenkt, so Wassilew.
