Vonovia nennt Berliner Enteignungspläne verfassungswidrig – Aktie gibt nach
Deutschlands größter Vermieter hält die geplante Vergesellschaftung von rund 160.000 Berliner Wohnungen für nicht haltbar. Sie würde einer Prüfung vor Gericht nicht standhalten, erklärte Vonovia.

Symbolbild · Foto: Reinhold Möller Ermell / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Wohnungskonzern Vonovia lehnt die Pläne von Linken, Grünen und SPD in Berlin zur Vergesellschaftung großer Vermieter ab. „Das Sondierungsergebnis ändert nichts an unserer Haltung“, teilte das Unternehmen am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa-AFX mit. Eine Vergesellschaftung in der geplanten Form sei verfassungswidrig und würde einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten. Vonovia verwies zudem auf den Bedarf an privaten Investitionen; in Berlin baue man derzeit rund 1.000 Wohnungen.
Laut Sondierungspapier sollen private Konzerne mit mindestens 10.000 Wohnungen in Berlin alle Bestände oberhalb dieser Grenze gegen Entschädigung abgeben. Betroffen wären nach Angaben der Linken-Politikerin Elif Eralp fünf Unternehmen und rund 160.000 Wohnungen. Die Entschädigung soll auf 16 Milliarden Euro begrenzt werden, ein Gesetz ist für Mitte 2028 geplant.
Die Vonovia-Aktie notierte am Mittag rund 1,8 Prozent im Minus. Ob die Pläne umgesetzt werden, hängt davon ab, ob die drei Parteien Koalitionsverhandlungen aufnehmen. SPD und Grüne entscheiden darüber am Montagnachmittag und -abend, die Linke am 31. Oktober.
