Luftfahrt: Kein Klimafahrplan bleibt in allen planetaren Grenzen
Eine Nature-Communications-Studie unter Leitung des französischen INRAE prüft Dekarbonisierungspläne der Luftfahrt bis 2050 – das Klimabudget wird in jedem Szenario überschritten.

Symbolbild · Foto: Nestek / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Forschende des französischen Agrar- und Umweltforschungsinstituts INRAE haben gemeinsam mit ENAC, ISAE-SUPAERO und der Umweltagentur ADEME Dekarbonisierungs-Fahrpläne der Luftfahrt untersucht, darunter die von ICAO, ATAG und EU-Kommission. Die Studie „Current aviation roadmaps are not within planetary boundaries“ erschien am 13. Oktober 2026 in Nature Communications. Bisher wurden solche Pläne vor allem an ihren Treibhausgasemissionen gemessen – nun prüfte das Team sie an allen neun planetaren Grenzen.
Dafür berechneten die Autoren „Umweltbudgets“ für die Luftfahrt, einmal nach ihrem Anteil an der Weltwirtschaftsleistung, einmal nach einem ethischen Verteilungsprinzip. Ergebnis: Kein Fahrplan hält alle Grenzen gleichzeitig ein, die Budgets für Klimawandel und Biosphären-Integrität wurden in jedem Szenario überschritten. Die ehrgeizigsten Strategien würden zudem den Bedarf an Strom, Biomasse, Wasser, Agrarflächen und CO2-Speicherkapazität deutlich erhöhen.
Es handelt sich um eine Modellrechnung mit Szenarien und Ökobilanzen bis 2050, nicht um Messdaten; konkrete Bandbreiten nennt die Mitteilung nicht. Die Forschenden empfehlen, alternative Kraftstoffe, effizientere Flugzeuge und betriebliche Optimierung beizubehalten – und zusätzlich politische Maßnahmen zur Steuerung der Nachfrage nach Flugreisen einzuführen.
