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Albanien: Sechster Protesttag in Tirana – Rama schließt Rücktritt aus

Die Polizei setzt erneut Gummigeschosse, Wasserwerfer und Tränengas ein. Seit Dienstag gab es 272 Verletzte. Rama fragt: „Wollen sie das oder wollen sie die EU?“

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Foto: U.S. Department of State / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)

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In der albanischen Hauptstadt Tirana sind die Proteste gegen die Regierung am Sonntag in den sechsten Tag gegangen. Hunderte Menschen versammelten sich erneut vor dem Bildungsministerium und riefen „Rama, tritt zurück“. Die Polizei setzte Gummigeschosse, Wasserwerfer und Tränengas ein. Geschäfte im Zentrum ließen Metallrollläden herunter, städtische Arbeiter entfernten Pflastersteine, damit sie nicht als Wurfgeschosse dienen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bis Sonntagmorgen 65 Menschen verletzt, darunter 37 Polizisten; zwölf kamen ins Krankenhaus. Seit Dienstag zählt das Ministerium 272 Verletzte, darunter 169 Polizisten. Polizeichef Skender Hita hatte bereits am Samstag sieben Beamte wegen Vorwürfen übermäßiger Gewalt suspendiert.

Ministerpräsident Edi Rama, seit 2013 im Amt und in seiner vierten Amtszeit, schloss einen Rücktritt aus. In einem Livestream sagte er, die Regierung werde „nicht infrage gestellt“, und fragte: „Wollen sie das, oder wollen sie die EU?“ Er machte eine „fremde Hand“ für die Unruhen verantwortlich, ohne sie zu benennen, und bot Gespräche über Bildungskosten an. Die Demonstrierenden fordern bessere Bildung, mehr Arbeitsplätze und ein Ende mutmaßlicher Korruption; Albanien strebt den EU-Beitritt bis 2030 an.

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