Hitzewelle und Feuerrauch am selben Tag: 287 Millionen Menschen mehr betroffen
Laut einer Science-Advances-Studie der Monash University traf die Doppelbelastung 2000–2019 immer mehr Menschen. Aktuell legt Rauch die Amazonas-Metropole Manaus lahm.

Archivbild · Foto: MODIS Land Rapid Response Team, NASA GSFC / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Ein Team der australischen Monash University um Yao Wu, Yuming Guo und Shanshan Li hat untersucht, wie oft Menschen weltweit am selben Tag einer Hitzewelle und Luftverschmutzung durch Vegetationsbrände ausgesetzt sind. Die Studie erschien am 14. Oktober 2026 in Science Advances. Demnach stieg die Zahl der Betroffenen von 2000 bis 2019 um 287 Millionen; im Schnitt erlebten jährlich 916 Millionen Menschen mindestens einen solchen Tag.
Im Mittel stieg die Belastung von einem Tag pro Person und Jahr (2000–2009) auf 1,7 Tage (2010–2019). Für 52,4 Prozent der Menschen in besiedelten Gebieten nahm sie zu. Am stärksten betroffen waren die DR Kongo, Indonesien, Mexiko, Brasilien und Russland. Die Ergebnisse beruhen auf Modellrechnungen; die Autoren erwarten mit weiterer Erwärmung mehr solcher kombinierten Ereignisse, eine formale Attributionsanalyse beschreibt die Mitteilung aber nicht.
Wie das aussieht, zeigt derzeit Amazonien: Nach Angaben des NASA Earth Observatory hüllte Rauch am 12. Oktober die Stadt Manaus ein, die Feinstaubwerte (PM2,5) lagen über 135 Mikrogramm pro Kubikmeter, Schulen schlossen. NASA-Forscher Douglas Morton führt die Brände auf eine mit El Niño verbundene Dürre zurück; fast alle wurden von Menschen entfacht, Blitze verursachen weniger als ein Prozent. Eine vorläufige Satellitenanalyse findet um Santarém rund 40 Prozent mehr Brände als die Standardzählung.
