Macron nach den Krawallen: „Wut und Scham“ – Plünderer sollen zahlen
Nach landesweiten Ausschreitungen wendet sich Macron an die Nation. Fast 2400 Festnahmen, rund 1000 verletzte Sicherheitskräfte. Heute tagt Lecornus Krisenrunde.
Foto: European Commission / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich am Sonntagabend nach den Ausschreitungen vom Samstag in einer Fernsehansprache an das Land gewandt. „Wir alle empfinden heute Abend Wut und Scham“, sagte er. Wer zerstört habe, müsse bezahlen, wer geplündert habe, müsse Schadenersatz leisten. Macron unterschied zwischen Demonstrierenden mit „legitimen Forderungen“ und denen, die zerstört und geplündert hätten. Einen Ausnahmezustand oder eine Ausgangssperre verkündete er nicht.
Nach Angaben der Behörden wurden 2397 Menschen festgenommen, 997 Polizisten und Gendarmen wurden verletzt, sieben davon schwer. Die Handelskammer schätzt, dass mindestens 1500 Geschäfte beschädigt wurden. Am Samstag waren nach Angaben des Innenministeriums rund 550.000 Menschen, nach Angaben der Organisatoren etwa 800.000 gegen hohe Lebenshaltungskosten auf die Straße gegangen. In Limoges wurde das Rathaus aus dem 19. Jahrhundert in Brand gesetzt, das Dach stürzte ein.
Macron kündigte einen Krisenstab an und sagte, man werde Lehren ziehen. Premierminister Sébastien Lecornu leitet am Montag um 10 Uhr eine interministerielle Sitzung. Parlamentspräsidentin Yaël Braun-Pivet erwägt einen Untersuchungsausschuss. Marine Le Pen warf der Regierung vor, die Ereignisse zu beklagen, ohne sie verhindern zu können; Jean-Luc Mélenchon nannte sie „allein verantwortlich“ für die Zerstörungen.
