Drohnenalarm im Baltikum: Verdächtiges Flugobjekt explodiert in Nordlitauen
Nato-Jets stiegen auf, schossen aber nicht. Lettland warnte drei Gemeinden. Am Vortag holten rumänische F-16 zwei Angriffsdrohnen über dem Schwarzen Meer vom Himmel.

Symbolbild · Foto: Sqn Ldr Dylan Eklund / Wikimedia Commons, OGL 2 (zugeschnitten und skaliert)
Ein unidentifiziertes, vermutlich unbemanntes Flugobjekt ist am Sonntagmorgen in den litauischen Luftraum eingedrungen und hat in mehreren Regionen Luftalarm ausgelöst. Nato-Kampfjets stiegen auf. Verteidigungsminister Robertas Kaunas schrieb, wegen schwieriger Wetterbedingungen könnten die Piloten das Objekt nicht visuell identifizieren. Nach Angaben der lettischen Streitkräfte schossen die Jets die mutmaßliche Drohne nicht ab; sie sei im Norden Litauens nahe der lettischen Grenze möglicherweise von selbst detoniert.
Lettland warnte um 7.40 Uhr die Gemeinden Bauska, Aizkraukle und Ogre per Mobilfunk-Alarm, weil das Objekt Richtung Lettland flog; um 8.12 Uhr wurde die Warnung aufgehoben. Die Herkunft der Drohne war zunächst unklar, litauische Soldaten untersuchten das Gebiet am Boden.
Bereits am Samstagabend hatten rumänische F-16 zwei Drohnen über dem Schwarzen Meer abgeschossen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Radu Miruță wurde die erste binnen zwei Minuten nach dem Eindringen 25 Kilometer südöstlich von Sulina getroffen, die zweite um 18.05 Uhr 20 Kilometer östlich der Stadt. Das Ministerium sprach von „düsengetriebenen Angriffsdrohnen der Geran-Familie“. Außenministerin Oana Țoiu kündigte an, die Nato werde bei einem anstehenden Treffen über Verteidigung und Abschreckung im Schwarzen Meer beraten.
