Partnersuche für bis zu 500.000 Dollar: Tech-Reiche setzen auf Vermittler statt Apps
Der KI-Boom bringt teuren Partnervermittlern im Silicon Valley neue Kundschaft, berichtet Bloomberg. Belege dafür, dass App-Nutzer in größerer Zahl wechseln, gibt es allerdings nicht.
Symbolbild · Foto: LPS.1 / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
Während die großen Dating-Apps um zahlende Nutzer kämpfen, berichten Partnervermittler im Silicon Valley von wachsender Nachfrage – getragen vom Reichtum, den der Boom der Künstlichen Intelligenz in die Region spült. Das beschreibt eine Reportage der Nachrichtenagentur Bloomberg vom 15. Oktober, die das Fachportal Dating Industry Insights am 18. Oktober zusammenfasste. Im Mittelpunkt steht Amy Andersen, die 2003 die Agentur Linx Dating in Menlo Park gründete und seit 23 Jahren im Silicon Valley vermittelt. Nach ihren Angaben zählen inzwischen auch Beschäftigte der KI-Firmen Perplexity und Anthropic sowie des Chipkonzerns Nvidia zu ihren Kunden; die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen.
Andersen sucht passende Kandidatinnen und Kandidaten nach eigenen Angaben auf Veranstaltungen, online und in sozialen Netzwerken und greift auf eine Datenbank mit rund 25.000 Singles zurück. Zum Angebot gehören Stilberatung, professionelle Fotos und Coaching vor und nach den Dates; die Kundschaft ist zwischen 20 und 75 Jahre alt. Die Preise sind hoch: Der Radiosender KCBS nannte 75.000 bis 500.000 Dollar für eine Mitgliedschaft, Business Insider berichtete 2025, Andersen betreue jeweils weniger als zehn Personen gleichzeitig. Unabhängig überprüfte Preisangaben gibt es nicht.
Den Hintergrund bilden schwächelnde App-Zahlen: Bei Tinder sank die Zahl der Zahlenden im zweiten Quartal 2026 laut Match Group um 5 Prozent auf 8,5 Millionen, konzernweit um 6 Prozent auf 13,3 Millionen. Hinge dagegen wuchs – die direkten Umsätze stiegen um 22 Prozent, die Zahl der Zahlenden um 17 Prozent auf 2 Millionen. Bei Bumble ging die Zahl der Zahlenden um 16,4 Prozent auf 3,2 Millionen zurück; der Konzern hatte am 13. Oktober einer Übernahme durch Ithaca Holdings für 1,3 Milliarden Dollar zugestimmt. Dating Industry Insights weist darauf hin, dass der Trend vor allem auf Schilderungen der Vermittler beruht: Veröffentlichte Daten, die einen Wechsel von App-Nutzern zu Partnervermittlern zeigen, gebe es nicht.
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.
