Navigation in Häuserschluchten: EU-Projekt kombiniert Satellitensignale mit Kamerabildern
Gebäude und Bäume stören GPS & Co. in Städten. Das EU-Projekt egeniouss mit der TU Braunschweig ergänzt Satellitennavigation um Bilder der Umgebung – in Stadttests mit bis zu 50-fach genauerer Ortung.

Archivbild · Foto: Brunswyk / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
In Städten blockieren oder reflektieren Gebäude, Bäume und andere Hindernisse die Signale von Satellitennavigationssystemen (GNSS) – die Ortung wird dann ungenau. Das europäische Forschungsprojekt egeniouss, an dem die Technische Universität Braunschweig beteiligt ist, kombiniert deshalb Satellitennavigation mit Bildern der Umgebung und Daten weiterer Sensoren. So soll die Positionsbestimmung auch dann funktionieren, wenn Satellitensignale allein nicht ausreichen. Am 15. Oktober stellte das Konsortium nach dreieinhalb Jahren Arbeit seine Ergebnisse vor.
Ein zentrales Ergebnis laut TU Braunschweig: In Tests in der Stadt erreichte die visuelle Lokalisierung eine bis zu 50-fach höhere Genauigkeit als herkömmliche satellitengestützte Verfahren. Gezeigt wurde das in drei Anwendungen – bei der Fahrradnavigation mit der App Naviki, bei Vermessungsarbeiten mit der App QField und bei Drohnen.
Koordiniert wurde egeniouss vom AIT Austrian Institute of Technology, beteiligt waren Partner aus Österreich, Deutschland, Spanien und der Schweiz. Das Gesamtbudget betrug rund 3,4 Millionen Euro, davon etwa 3 Millionen aus dem EU-Programm Horizon Europe. An der TU Braunschweig arbeiteten das Institut für Geodäsie und Photogrammetrie und das Institut für Flugführung mit.
