Licht und Schall eng gekoppelt: Erlanger Team schafft es erstmals in einer Glasfaser
Bisher brauchte man dafür Resonatoren, in denen Licht viele Runden dreht. Forschende des Max-Planck-Instituts in Erlangen zeigen starke Kopplung nun in einer Faser, die das Licht nur einmal durchläuft.

Archivbild · Foto: MPL Presse / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Forschenden des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts (MPL) in Erlangen und der Leibniz Universität Hannover ist es erstmals gelungen, Licht und langlebige Schallschwingungen in einer optischen Faser stark miteinander zu koppeln. Bislang war das nur mit optischen oder mechanischen Resonatoren möglich, in denen das Licht wie auf einer Rennstrecke viele Runden dreht. In einer Faser läuft es dagegen nur einmal hindurch – wie auf einer Autobahn. Die Arbeit von Laura Blázquez Martínez, Changlong Zhu und Birgit Stiller erschien in Nature Physics (DOI 10.1038/s41567-026-03458-2).
Das Team nutzte die stimulierte Brillouin-Streuung in einer auf 4 Kelvin, also rund minus 269 Grad Celsius, gekühlten Faser. Mit einer neuen Messtechnik beobachtete es eine Lücke im Spektrum – ein Kennzeichen starker Kopplung, das man bisher nur aus Resonatoren kannte.
Die Gruppe versteht das Ergebnis als Machbarkeitsnachweis für Quanten-Wechselwirkungen in Glasfasern, dem Rückgrat der Telekommunikation. Langfristig könnte das helfen, Quantencomputer miteinander zu verbinden und Quantensignale zu verarbeiten. Gruppenleiterin Birgit Stiller sieht darin laut Mitteilung einen entscheidenden Schritt, um optische Fasern als leistungsfähige Plattform für Quanten-Wechselwirkungen zu nutzen.
