European XFEL: Attosekunden-Röntgenblitze erreichen Rekord-Intensität
Röntgenpulse von rund 300 Attosekunden, gebündelt auf einen Fleck von 180 mal 330 Nanometern: Am European XFEL erreichte ein Team eine Spitzenintensität von über 10²⁰ Watt pro Quadratzentimeter.

Archivbild · Foto: Dirtsc / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Forschende am Röntgenlaser European XFEL in Schenefeld bei Hamburg haben harte Attosekunden-Röntgenpulse von geschätzt rund 300 Attosekunden Dauer mit Rekord-Intensität und -Fluenz erzeugt – eine Attosekunde ist der milliardste Teil einer milliardstel Sekunde. Zwei Präzisionsspiegel eines sogenannten Advanced-Kirkpatrick-Baez-Systems fokussierte die Blitze auf einen Fleck von etwa 180 mal 330 Nanometern. Die Spitzenintensität lag über 10²⁰ Watt pro Quadratzentimeter. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal Optica (DOI 10.1364/OPTICA.613284).
Gemessen wurde im April 2026 am Instrument MID. Um die Intensität unabhängig zu prüfen, richtete das Team die Pulse auf eine Kupferfolie und beobachtete dort verstärkte spontane Emission. Erstautor Ichiro Inoue von der Universität Tokio spricht von einem Weltrekord in Intensität und Fluenz für einen harten Attosekunden-Röntgenpuls.
Solche Pulse könnten künftig detaillierte Untersuchungen zum Verhalten von Elektronen in Atomen und Molekülen ermöglichen. Das verwendete Spiegelsystem stammte aus Japan. Ein eigenes System erwartet European XFEL Anfang 2027, finanziert über eine Kooperation mit der Universität Hamburg und das Bundesforschungsministerium (BMFTR).
