Berlin --:--Montag, 12. Oktober 2026
LIVE
WeltNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
USA ·

Florida will Häftling hinrichten, der laut eigener Aussage für die Todesstrafe tötete

Am Dienstag soll in Florida ein 63-Jähriger hingerichtet werden, der 2008 seinen Zellengenossen tötete. Es wäre die 17. Exekution des Bundesstaats in diesem Jahr.

Florida will am Dienstag um 12 Uhr Ortszeit (18 Uhr MESZ) James Robertson per Giftspritze hinrichten. Der 63-Jährige hatte nach Gerichtsangaben im Dezember 2008 im Gefängnis Charlotte Correctional Institution seinen damaligen Zellengenossen mit einer aus Socken geknoteten Schlinge erdrosselt. Laut Generalstaatsanwalt James Uthmeier gab Robertson an, er habe getötet, um wegen Mordes ersten Grades angeklagt und zum Tode verurteilt zu werden; als Grund nannte er laut Tampa Free Press die aus seiner Sicht besseren Haftbedingungen im Todestrakt. Ein Angebot lebenslanger Haft lehnte er ab, bekannte sich schuldig und verzichtete später auf weitere Rechtsmittel.

Gouverneur Ron DeSantis hatte am 1. Oktober den Hinrichtungsbefehl unterzeichnet, nach Angaben von CBS Miami seinen 19. in diesem Jahr. Robertson wäre der 17. Mensch, den Florida 2026 hinrichtet. Bereits 2025 hatte der Bundesstaat 19 Menschen exekutiert, so viele wie nie seit Wiederzulassung der Todesstrafe 1976. Uthmeier erklärte, nach Robertsons eigenen Angaben sei der Tat „keine Provokation oder Auseinandersetzung“ vorausgegangen.

Die Organisation Floridians for Alternatives to the Death Penalty hatte bereits die Doppelhinrichtung vom 28. Juli als „beispiellose Eskalation“ der Todesstrafe in Florida kritisiert. Der Hinrichtungsbefehl für einen 74-jährigen Häftling, der am selben Tag hingerichtet werden sollte, wurde zurückgezogen; seine Anwälte machen geltend, er sei wegen Demenz nicht hinrichtungsfähig. Für den 20. Oktober ist in Florida eine weitere Hinrichtung angesetzt. In Tennessee hat Gouverneur Bill Lee Hinrichtungen nach dem gescheiterten Versuch bei Christa Pike für den Rest des Jahres ausgesetzt.

Mehr aus dem Ressort

← Welt