Stunden nach Trumps „Energie-Waffenruhe“: Russland trifft Kraftwerk in Charkiw
Kurz nach Trumps Ankündigung schlug ein russischer Angriff im Heizkraftwerk TEZ-5 in Charkiw ein. Am Stadtrand tötete eine Rakete drei Menschen, 25 wurden verletzt.

Archivbild · Foto: Lystopad / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Russland hat am Sonntagabend das Heizkraftwerk TEZ-5 in Charkiw angegriffen – nur Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump auf Truth Social eine „Energie-Waffenruhe“ zwischen Russland und der Ukraine verkündet hatte. „Gerade eben gab es einen Angriff auf das TEZ-5 in Charkiw – auf die Energieinfrastruktur von Charkiw“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj. Das Präsidialamt bestätigte, dass der Schlag nach Trumps Ankündigung erfolgte. Trump hatte geschrieben, die Waffenruhe gelte ab sofort, beide Seiten hätten zugestimmt. Ein ranghoher ukrainischer Beamter sagte dem Kyiv Independent dagegen, Kiew habe keine Informationen über eine solche Vereinbarung. Angaben zu Schäden am Kraftwerk lagen zunächst nicht vor.
Am selben Tag schlug nach Angaben der ukrainischen Nationalpolizei eine russische Rakete in einem Wohngebiet in Pisotschyn am Stadtrand von Charkiw ein, nahe einem Lebensmittelgeschäft und mehreren Wohnhäusern. Mindestens drei Menschen wurden getötet, darunter ein 16-Jähriger; 25 wurden verletzt, unter ihnen zwei Mädchen im Alter von 9 und 13 Jahren. Bereits zuvor hatten zwei Gleitbomben den Charkiwer Bezirk Nemyschljanskyj getroffen: Ein Mensch starb, mindestens acht wurden verletzt.
Selenskyj zufolge griff Russland in der vergangenen Woche mehr als 200-mal Anlagen zur Stromerzeugung und -übertragung an, dazu 17-mal Gas- und Ölanlagen; mehr als 150 Menschen seien getötet, über 700 verletzt worden. Auch Kiew meldete am Sonntag neue Schäden: Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von einer beschädigten Hochspannungsleitung und geringerem Wasserdruck in der ganzen Stadt. Die Ukraine sei bereit, Angriffe auf russische Energieanlagen einzustellen, wenn Russland dasselbe tue, sagte Selenskyj: „Die Ukraine will Frieden, und die Frage ist, ob Russland ihn will.“
