Brandmauer zur AfD: Parteienforscher warnt CDU vor „Implosion der Partei“
Der Umgang mit der AfD ist zentrales Thema der CDU-Klausur. Parlamentarismusforscher Danny Schindler warnt: Ein Bruch der Brandmauer würde die Union innerlich zerreißen.

Symbolbild · Foto: Jörg Braukmann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Umgang mit der AfD gilt als zentrales Thema der CDU-Krisenklausur. Der Direktor des Instituts für Parlamentarismusforschung, Danny Schindler, warnte im Interview mit dem „Münchner Merkur“: Würde die CDU die Brandmauer etwa durch Koalitionen mit der AfD einreißen, drohe ihr eine schwere innere Zerreißprobe, die wohl zur „Implosion der Partei“ führen würde. Die Abgrenzung allein reiche aber nicht aus, nötig seien nach Schindlers Worten „überzeugende Politikangebote“ und eine „Akzeptanz schaffende Kommunikation“. Die Verluste der CDU seien „keinesfalls irreversibel“.
In der Partei gehen die Meinungen auseinander. Nach Darstellung von Table.Briefings sprach sich Hessens Ministerpräsident Boris Rhein dagegen aus, die AfD weiter aus der parlamentarischen Politik auszuschließen, während NRW-Regierungschef Hendrik Wüst die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens verlangt. Der Druck, mit der AfD zusammenzuarbeiten, ist laut „Münchner Merkur“ in den ostdeutschen Landesverbänden am größten. In Sachsen-Anhalt wurde AfD-Politiker Tobias Rausch mit mehr Stimmen zum Landtagspräsidenten gewählt, als AfD und BSW zusammen haben – seitdem wird in der CDU nach Abweichlern gesucht.
