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Asylklagen dauern wieder länger – Sachsen und Niedersachsen mit gut 20 Monaten

Nach vier Jahren sinkender Laufzeiten steigt die Dauer von Asylklagen wieder: im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt 15,3 Monate, in Sachsen 20,4.

Verwaltungsgericht Karlsruhe (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: Gerd Eichmann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Die Dauer von Klageverfahren gegen Asylentscheidungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge nimmt laut einem dpa-Bericht vom Sonntag erstmals seit Jahren wieder zu. Im ersten Halbjahr 2026 lag sie im Bundesschnitt bei 15,3 Monaten, für 2025 nennt die Bundesregierung 14,3 Monate (ohne Dezember-Daten). 2021 hatte der Wert noch bei 26,5 Monaten gelegen.

Zwischen den Ländern gibt es große Unterschiede: Am längsten dauern Verfahren in Sachsen (20,4 Monate) und Niedersachsen (20 Monate), am kürzesten in Rheinland-Pfalz (9,2) und Bayern (10,7). In Sachsen spielen viele Klagen venezolanischer Staatsangehöriger eine Rolle. Die Zahl anhängiger Asylklagen stieg von 191.566 Mitte Januar auf 196.315 Mitte August.

Grundlage sind Antworten der Bundesregierung auf Anfragen der Linken-Abgeordneten Clara Bünger. Sie führt die Entwicklung unter anderem darauf zurück, dass das Bundesamt 2025 vermehrt Schutzsuchende aus Ländern mit sich verschlechternder Menschenrechtslage abgelehnt habe, etwa Iran, Russland, Afghanistan und die Türkei; rund jeder zweite überprüfte Iran-Bescheid sei von Gerichten korrigiert worden. Die Verfahren beim Bundesamt selbst dauerten im ersten Halbjahr 11,3 Monate.

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