Angriff über den Domain-Registrar: Hacker kapern zwölf Krypto-Websites
Besucher von zwölf DeFi-Plattformen landeten auf gefälschten Seiten, die Wallets leerräumten. Alle Domains liefen über Name.com – erbeutet wurden nach Analysen rund 138.000 Dollar.

Symbolbild · Foto: अरविंद धरेप्पा बगले / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Unbekannte Angreifer haben seit dem späten Freitagabend (US-Ostküstenzeit) mindestens zwölf Websites von Krypto-Finanzplattformen (DeFi) umgeleitet. Wer die Adressen aufrief, landete auf täuschend echten Kopien, die Nutzer dazu brachten, Überweisungen aus ihren Wallets freizugeben. Betroffen sind unter anderem Flap, Kintsu, Pickle Finance, Origami Finance, FluxBeam, Echelon und StonkFun. Entdeckt hatte die Angriffswelle die Sicherheitsfirma Blockaid; nach ihren Angaben lief auf den Seiten das Phishing-Baukastensystem „Step Drainer“.
Gemeinsamer Nenner aller Domains ist nach Recherchen von Sicherheitsforschern der US-Registrar Name.com. Dieser sperrte am Samstag zehn der Adressen, sodass sie vorerst nicht mehr erreichbar sind. Das Fachportal The Block verfolgte rund 138.000 Dollar Beute auf Ethereum-kompatiblen Blockchains, Verluste auf Solana und Aptos sind darin nicht enthalten. Wie viele Nutzer geschädigt wurden, ist unklar. Mehrere Projekte betonten, ihre Smart Contracts seien nicht angegriffen worden.
Wie die Angreifer die Kontrolle über die Domains erlangten, ist noch nicht geklärt. Kintsu sprach von einem Lieferkettenangriff und verwies auf den Domain-Dienst von Vercel, über den die Adresse registriert war. Weder Name.com noch Vercel äußerten sich bis Samstagmorgen (US-Zeit) öffentlich zur Ursache. Erst am Donnerstag hatten Angreifer bei der Wettplattform Polymarket über ein Skript eines Drittanbieters rund 2,7 Millionen Dollar aus 726 Wallets erbeutet; eine Verbindung zur aktuellen Angriffswelle ist nicht belegt.
