Berlin --:--Mittwoch, 28. Oktober 2026
LIVE
WeltNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Welt ·

Netanjahu sieht „klare Mehrheit“ unter Zionisten – ohne arabische Parteien

Der Regierungschef erklärte sich nicht zum Sieger, schloss aber eine Regierung mit arabischen Parteien aus. Eisenkot und Bennett wollen eine neue Regierung bilden.

Archivbild: Benjamin Netanjahu bei einer Rede auf dem Luftwaffenstützpunkt Nevatim, Dezember 2016

Archivbild · Foto: U.S. Embassy Tel Aviv / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)

In der Wahlnacht sprach Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Likud-Zentrale in Jerusalem zu seinen Anhängern. „Der rechte Block hat eine klare, entscheidende Mehrheit in der zionistischen Öffentlichkeit“, sagte er und warb für eine „rechte, nationale, starke Regierung“. Einen Sieg erklärte Netanjahu nicht. Eine Regierung, die sich auf „antizionistische arabische Parteien“ stützt, nannte er undenkbar. Israel habe gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump eine „historische, einmalige Gelegenheit“, die iranische Bedrohung „ein für alle Mal“ zu beseitigen.

Gadi Eisenkot sagte, die Nachwahlbefragungen zeigten mangelndes Vertrauen in Netanjahu, und kündigte an, eine neue Regierung zu bilden: „Das Volk hat sich für den Wandel entschieden.“ Ex-Ministerpräsident Naftali Bennett, dessen Partei laut Prognosen auf 12 bis 14 Sitze kommen könnte, kündigte an, „ohne Ego“ für eine „zionistische Regierung des Bündnisses derer, die dienen“ zu arbeiten. Netanjahus Verbündeter Gideon Saar nannte die Feiern der Linken „verfrüht“.

Laut AP wäre der einfachste Weg für Eisenkot eine Verständigung mit den arabischen Parteien, denen die Nachwahlbefragungen rund 18 Sitze geben; politisch gilt das als schwierig. Sowohl Netanjahu als auch Eisenkot haben eine formelle Partnerschaft mit ihnen ausgeschlossen. Netanjahus Verbündete dürften ein solches Bündnis als illegitim darstellen. Möglich sind auch eine Minderheitsregierung oder Neuwahlen Anfang kommenden Jahres.

Mehr aus dem Ressort

← Welt