Juso-Chef Türmer: SPD soll Doppelspitze aufgeben – aber nur für eine Frau
Vor der Neuwahl der SPD-Führung im Januar wirbt Juso-Chef Türmer für eine alleinige Vorsitzende. Parteichef Klingbeil will dagegen erneut eine Doppelspitze aus Frau und Mann.

Archivbild · Foto: Philipp Kress / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Juso-Chef Philipp Türmer schlägt vor, dass die SPD vor der Neuwahl ihres Vorstands im Januar die Doppelspitze abschafft. Die Doppelspitze sei nicht für alle Zeit festgeschrieben, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Eine Frau kann ich mir als alleinige Vorsitzende vorstellen“, einen Mann allein an der Spitze dagegen nicht.
Das ursprüngliche Ziel, Frauen zu stärken, habe nicht gut funktioniert, argumentierte Türmer: Die Frauen an der Spitze hätten den Großteil der Kritik abbekommen und die Männer neben sich faktisch abgeschirmt. „Zumal wir sehr starke Frauen haben, denen ich den Vorsitz auch alleine zutraue.“ Bereits am Samstag hatte Türmer gefordert, Parteichef Lars Klingbeil solle nicht wieder als Vorsitzender kandidieren, wenn er Finanzminister und Vizekanzler bleiben wolle.
Auslöser der Debatte ist der Rücktritt von Bärbel Bas als Co-Vorsitzende im Oktober. Klingbeil will, dass die SPD wieder von einer Frau und einem Mann geführt wird, vorgeschrieben ist das nicht. Der Parteitag im Januar wählt die komplette Führung und könnte die Doppelspitze per Beschluss aufgeben.
