Ab heute gesperrt: Schwedens Regierung verbannt ChatGPT und Claude von Dienstrechnern
Seit Montag sind die Browser-Versionen beider KI-Dienste in den Ministerien und im Büro des Regierungschefs in Stockholm nicht mehr erreichbar. Beschäftigte sollen Microsoft Copilot nutzen.

Archivbild · Foto: Arild Vågen / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Beschäftigten der schwedischen Regierungskanzlei – dazu gehören das Büro des Ministerpräsidenten und alle Ministerien – können seit Montag, 26. Oktober, die KI-Dienste ChatGPT und Claude nicht mehr über den Browser ihrer Dienstrechner aufrufen. Das bestätigte die Regierungskanzlei dem Sender SVT per E-Mail, zuerst hatte der Hörfunk Sveriges Radio (Ekot) berichtet. Stattdessen sollen alle Mitarbeitenden das KI-Werkzeug Microsoft Copilot verwenden, das nach einer Prüfung mit verschärften Sicherheitseinstellungen freigegeben wurde.
Digitalisierungsdirektor Mikael Wettercrantz schrieb nach Angaben schwedischer Medien im internen Intranet, die Nutzung von KI-Diensten ohne Vertrag könne Konsequenzen für die Informationssicherheit haben. Laut dem Techportal Teksajten sollen Beschäftigte vertrauliche Dokumente in öffentliche KI-Dienste eingegeben haben, ohne dass der Arbeitgeber Kontrolle über die Daten hatte. Über eine eigene, intern kontrollierte Plattform namens Intric bleiben die Sprachmodelle von OpenAI und Anthropic für einen begrenzten Kreis von Beschäftigten weiterhin zugänglich.
Die Regierungskanzlei ist mit solchen Schritten nicht allein: Die Steuerbehörde Skatteverket und die staatliche Behörde für Zwangsunterbringung (Statens institutionsstyrelse, SiS) haben ähnliche Sperren bereits eingeführt, die Vollstreckungsbehörde Kronofogden prüft sie noch. Das chinesische KI-Modell DeepSeek war in der Regierungskanzlei schon zuvor gesperrt.
