Drei Schwarze Löcher in einer jungen Galaxie: Premiere für das James-Webb-Teleskop
Ein Team um Garchinger Astronomen hat mit dem Weltraumteleskop erstmals drei aktive Schwarze Löcher in einer einzigen Galaxie des frühen Universums nachgewiesen. Zwei davon dürften verschmelzen.

Symbolbild · Foto: NASA's James Webb Space Telescope from Greenbelt, MD, USA / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Ein Team um Hannah Übler vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching hat mit dem James-Webb-Weltraumteleskop drei aktive, massereiche Schwarze Löcher in der Galaxie J0148-4214 entdeckt. Sie ist mehr als 12,5 Milliarden Lichtjahre entfernt; die Forscher sehen sie so, wie sie etwa 1,2 Milliarden Jahre nach dem Urknall aussah. „Das ist der erste Nachweis von drei aktiven Schwarzen Löchern in einer einzigen Galaxie im fernen Universum“, sagte Übler.
Die Schwarzen Löcher haben etwa 80 Millionen, 2 Millionen und 600.000 Sonnenmassen. Die beiden im Zentrum liegen nur rund 620 Lichtjahre auseinander und dürften in einigen hundert Millionen Jahren verschmelzen; das dritte befindet sich etwa 5.500 Lichtjahre vom Zentrum entfernt. Das kleinste verschlingt Materie schneller, als es die sogenannte Eddington-Grenze nach einfachen Modellen erlaubt.
Möglich wurde der Fund durch das Spektrometer NIRSpec, das Spektren über eine ganze Bildfläche aufnimmt. Ohne diese Technik hätte man wohl nur eines der drei Löcher erkannt. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“. Koautor Roberto Maiolino von der Universität Cambridge sieht darin einen Hinweis, dass Verschmelzungen ein zusätzlicher, schneller Weg für das Wachstum Schwarzer Löcher im frühen Universum sein könnten.
