Ölroute Hormus: Oktober bringt die meisten Angriffe auf Schiffe seit Kriegsbeginn
Mit bislang mehr als 120 gemeldeten Angriffen ist der Oktober laut Al Jazeera der schlimmste Monat für die Schifffahrt seit Kriegsbeginn. Die US-Blockade bremst Irans Ölexporte.

Symbolbild · Foto: U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 3rd Class Jonathan Sunderman / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Die Straße von Hormus bleibt der neuralgische Punkt für den Ölmarkt. Nach Angaben von Al Jazeera vom 25. Oktober ist der Oktober der schlimmste Monat für Angriffe auf Schiffe seit Kriegsbeginn im Februar – mit bislang mehr als 120 gemeldeten Angriffen. Nach iranischen Angaben, die unabhängig nicht überprüft sind, gerieten in der vergangenen Woche sieben Öltanker in und um die Meerenge in Brand oder wurden beschädigt.
Hinzu kommt der Druck durch die US-Seeblockade iranischer Häfen: Sie schränkt nach einem Bericht von CBS News unter Berufung auf AP vom 25. Oktober die Ölexporte ein, von denen Teherans Regierung abhängt. US-UN-Botschafter Mike Waltz hatte laut CBS in einem am 23. Oktober veröffentlichten Interview mit der Financial Times erklärt, die US-Marine könne die Blockade auf absehbare Zeit aufrechterhalten. Saudi-Arabien weicht auf Land aus: Die Kapazität der Ost-West-Pipeline sei von zwei auf sieben Millionen Barrel pro Tag gestiegen, sagte Aramco-Chef Amin Nasser laut CBS (23. Oktober) dem Sender Al Arabiya Business.
Für die kommenden Wochen fürchten Beobachter eine Ausweitung auf Energieanlagen. Das Portal Axios hatte laut Al Jazeera Anfang Oktober unter Berufung auf Quellen berichtet, eine neue US-Kampagne könne iranische Energieeinrichtungen, Infrastruktur und Atomanlagen treffen; ein Angriffsbefehl sei das nicht. „Iran stellt auch eigene Ziellisten auf, die Energieinfrastruktur und mit den USA verbündete Staaten umfassen“, sagte Julie Norman, Associate Fellow der Denkfabrik Chatham House. Zur Einordnung: Am 23. Oktober war Brent laut AP/CBS um 3,5 Prozent auf mehr als 117 Dollar gestiegen – den höchsten Stand seit März, nach weniger als 97 Dollar Anfang Oktober.
