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Aspirin und Demenz: Möglicher Nutzen laut Studie nur bei bestimmten Genen

Bei Menschen mit einem genetischen Profil für viele Blutplättchen erkrankten mit Aspirin 1 Prozent an Demenz, mit Placebo 3,3 Prozent. Schwere Blutungen traten zugleich mehr als doppelt so oft auf.

Symbolbild: Aspirin-Tabletten

Symbolbild · Foto: Ragesoss / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Niedrig dosiertes Aspirin schützt ältere Menschen insgesamt nicht vor Demenz – womöglich aber eine genetisch abgrenzbare Gruppe. Darauf deutet eine Auswertung von Forschenden der australischen Monash University hin, die in der Fachzeitschrift Alzheimer's & Dementia erschienen ist und über die ScienceDaily am 25.10.2026 berichtete; die Universität hatte die Ergebnisse am 29.09.2026 vorgestellt. Das Team um Erstautor Peter Fransquet, Research Fellow an der Monash School of Public Health and Preventive Medicine, nutzte genetische Daten von mehr als 13.500 Teilnehmenden der Studie ASPREE, in der ältere Menschen Aspirin oder ein Scheinmedikament erhielten. Für jeden wurde ein sogenannter polygener Wert berechnet, der die genetische Neigung zu einer hohen Zahl von Blutplättchen beschreibt.

Im Fünftel mit den höchsten Werten erkrankten 1 Prozent der Aspirin-Gruppe an Demenz, in der Placebo-Gruppe 3,3 Prozent – relativ etwa 70 Prozent weniger, absolut ein Unterschied von rund 2,3 Prozentpunkten. Zugleich traten schwere Blutungen in dieser Gruppe mit Aspirin bei 4,4 Prozent auf, mit Placebo bei 2,1 Prozent. Das genetische Signal hing laut den Forschenden nicht mit den bekannten Risikogenen für Alzheimer zusammen und lenke den Blick auf die Biologie der Blutplättchen. „Frühere Studien fanden, dass Aspirin Demenz nicht verhindert, wenn man alle gemeinsam betrachtet“, sagte Fransquet.

Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse in anderen Studien und Bevölkerungsgruppen bestätigt werden müssen, idealerweise in einer eigens dafür angelegten Studie. Fransquet sagte laut Newsweek, die Befunde reichten nicht aus, um Empfehlungen zur Aspirin-Einnahme zu ändern. Thomas Holland, Arzt und Wissenschaftler an der Rush University, nannte Aspirin dort „keineswegs ein harmloses Medikament“. Niemand solle auf Grundlage dieser Studie ohne ärztliche Rücksprache Aspirin gegen Demenz einnehmen, sagte Fransquet. In Australien leben nach Schätzung von Dementia Australia 2026 rund 446.500 Menschen mit Demenz.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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