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Blutdruck: Wer Tabletten oft auslässt, verliert laut Analyse den Herzschutz

Eine Auswertung von neun Studien mit 91.339 Teilnehmenden fand nur bei regelmäßiger Einnahme 11 Prozent weniger schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse. Die Therapietreue sank mit den Jahren.

Symbolbild: elektronisches Blutdruckmessgerät

Symbolbild · Foto: Jacek Halicki / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Blutdrucksenkende Medikamente schützen offenbar nur dann vor Schlaganfall und Herzinfarkt, wenn sie auch regelmäßig eingenommen werden. Darauf deutet eine Analyse hin, die Qianqian Yang von der Universität Oxford auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) vorgestellt hat, wie ScienceDaily am 25.10.2026 unter Berufung auf die ESC berichtete. Ausgewertet wurden die Einzeldaten von 91.339 Teilnehmenden aus neun klinischen Studien, in denen eine Blutdruckbehandlung mit einem Placebo oder einer weniger intensiven Therapie verglichen wurde. Als therapietreu galt, wer mindestens 80 Prozent der verordneten Medikamente nahm.

Bei hoher Therapietreue sank der obere (systolische) Blutdruck in der Behandlungsgruppe um 5,2 mmHg stärker als in der Vergleichsgruppe, bei geringerer Therapietreue nur um 3,0 mmHg. Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse – Schlaganfall, Herzinfarkt, ischämische Herzkrankheit sowie Herzschwäche mit Klinikaufenthalt oder Tod – traten bei regelmäßiger Einnahme um 11 Prozent seltener auf; bei unregelmäßiger Einnahme fand das Team keine statistisch signifikante Verringerung. Selbst unter den kontrollierten Bedingungen der Studien ließ die Disziplin nach: Im ersten Jahr erreichten 88 Prozent die 80-Prozent-Schwelle, im fünften Jahr noch 79 Prozent. Die Ergebnisse bestätigen laut Yang den alten Satz, dass Medikamente bei Patienten nicht wirken, die sie nicht nehmen.

Weltweit haben laut dem Bericht rund 1,4 Milliarden Erwachsene zwischen 30 und 79 Jahren Bluthochdruck, etwa die Hälfte nimmt die verordneten Mittel nicht wie vorgesehen. Die Forschenden empfehlen, die Einnahme routinemäßig zu erfragen, Patientinnen und Patienten besser aufzuklären, Einnahmepläne zu vereinfachen und häufiger Kombinationspräparate in einer Tablette sowie länger wirksame Mittel zu nutzen. Felix Mahfoud, Vorsitzender des ESC-Kommunikationsausschusses, sagte, die mangelnde Therapietreue sei als Ursache für unkontrollierten Bluthochdruck jahrelang vernachlässigt worden. Einschränkung: Die Ergebnisse wurden auf einem Kongress präsentiert, eine Fachveröffentlichung nennt der Bericht nicht. Fragen zur eigenen Behandlung gehören in das Gespräch mit Ärztin oder Arzt.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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