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Hebron: Tausende Palästinenser müssen ihre Häuser verlassen – UN kritisiert Abriegelung

Nach dem tödlichen Angriff auf zwei israelische Soldaten lässt Israels Armee in Hebron ganze Viertel räumen. Die Angaben zur Zahl der Vertriebenen reichen von 1.200 bis 2.200.

Symbolbild: Gasse in der Altstadt von Hebron

Symbolbild · Foto: Mohammad Nabeel07 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Nach dem Angriff auf einen Militärposten bei Hebron, bei dem am Freitag zwei palästinensische Bewaffnete zwei israelische Soldaten töteten, geht Israels Armee massiv in der Stadt im besetzten Westjordanland vor. Die Angreifer wurden nach Militärangaben erschossen. Laut einem palästinensischen Vertreter mussten rund 1.200 Menschen ihre Häuser verlassen, Hebrons Bürgermeister Yousef al-Jabari sprach gegenüber Al Jazeera von 2.200, Verteidigungsminister Israel Katz von etwa 2.000. Al-Jabari warnte laut Reuters, weiteren rund 1.300 Menschen drohe der Verlust ihrer Wohnungen.

Die Armee erklärte, sie suche in den Vierteln Al-Dschalada und Ein Deir Baha nach Militanten und Waffen und werde Gebäude abreißen; laut „Times of Israel“ ist von „gezielten und gründlichen Durchsuchungen“ über mehrere Tage die Rede. Katz sagte nach Angaben von Al Jazeera, die Bewohner dürften erst zurück, wenn die Hamas-Strukturen in Hebron beseitigt seien. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte eine vollständige Abriegelung des Westjordanlands angeordnet. Nach Angaben des Palästinensischen Gefangenenclubs wurden am Freitag und Samstag rund 70 Menschen festgenommen.

Die Palästinensische Autonomiebehörde sprach von „kollektiver Bestrafung“ und forderte ein internationales Eingreifen. UN-Generalsekretär António Guterres erklärte, die Sperren schränkten die Bewegungsfreiheit und den Zugang zu Grundversorgung und Lebensunterhalt stark ein. Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem warnte vor möglichen Kriegsverbrechen. Die Parlamentswahl in Israel findet am Dienstag statt.

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