Berlin --:--Sonntag, 25. Oktober 2026
LIVE
EnergieNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Energie ·

„Batterie des Balkans“: Bulgarien verdoppelt Speicher auf rund sechs Gigawatt

Mit 700 Millionen Euro EU-Förderung hat Bulgarien seine Batteriespeicher binnen eines Jahres verdoppelt. Die Stromexporte stiegen um 62 Prozent – doch im Winter zählt wieder klassische Erzeugung.

Symbolbild: Batteriespeicher in Containerbauweise

Symbolbild · Foto: Kecko from Eastern Switzerland / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)

Bulgarien ist überraschend zu einem Vorreiter bei Batteriespeichern in Europa geworden. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hat das Land seine Speicherleistung binnen eines Jahres von etwa 3 auf rund 6 Gigawatt verdoppelt, unterstützt durch 700 Millionen Euro an EU-Zuschüssen. Die Stromexporte stiegen um 62 Prozent auf 3,5 Terawattstunden. An Spitzentagen flossen bis zu 50.000 Megawattstunden ins Ausland. Das entspreche im Schnitt „rund 2.000 Megawatt, die jede Stunde aus Bulgarien abfließen“, sagte Dimitar Zarchew vom Netzbetreiber ESO.

„Batteriespeicher sind jetzt entscheidend. Sie sind kein Nice-to-have, sondern ein Muss“, sagte Nikola Gasdow, Vorsitzender des Verbands für Erzeugung, Speicherung und Handel von Strom (APSTE). Bulgarischer Strom ging auch nach Rumänien, wo im August ein Atomreaktor wegen des dürrebedingt niedrigen Donau-Pegels abgeschaltet wurde. Im Nachbarland Griechenland sollen bis Jahresende erst rund 1 Gigawatt Speicher am Netz sein.

Das Energieministerium in Sofia warnt allerdings, Batterien könnten irgendwann „einen Teil ihrer Einnahmen kannibalisieren“, weil die Preisunterschiede zwischen Tag und Nacht schrumpfen. Im Winter dürften Batterien zudem weniger wichtig sein; Zarchew erwartet, dass Bulgarien dann stärker auf konventionelle Kraftwerke setzt.

Mehr aus dem Ressort

← Energie