Burnham will „ehrliche Debatte“ über Freizügigkeit mit der EU – Farage: „Verrat“
Großbritanniens Premier Andy Burnham bringt eine Rückkehr zur EU-Freizügigkeit ins Gespräch – Euro und Schengen schließt er aus. Reform-UK-Chef Farage spricht von „totalem Verrat“ am Brexit.

Foto: © House of Commons / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der britische Premierminister Andy Burnham hat eine offene Debatte über eine mögliche Rückkehr zur Freizügigkeit mit der Europäischen Union angestoßen. „Ich denke, wir müssen einfach eine ehrliche Diskussion über diese Dinge führen“, sagte der Labour-Politiker der „Sunday Times“. Nötig sei eine „sehr sachliche“, faktenbasierte Debatte. Eine Rückkehr in den EU-Binnenmarkt würde nach dem Bericht Freizügigkeit voraussetzen. Burnham will seine Optionen nach Angaben von ITV rund um einen EU-Gipfel in Brüssel am 20. November darlegen.
Zugleich zog er Grenzen: Er könne sich nicht vorstellen, jemals etwas zu empfehlen, „das einen Beitritt zum Euro oder zu Schengen bedeuten würde“. Burnham argumentierte, früher seien vor allem junge Menschen für einige Jahre gekommen und dann zurückgegangen – das unterscheide sich von der heutigen Migration. Grundlegende Änderungen dürften nach Einschätzung von ITV erst nach einer Parlamentswahl möglich sein, denn Labours Wahlprogramm von 2024 hatte eine Rückkehr zu Binnenmarkt, Zollunion und Freizügigkeit ausgeschlossen.
Die Opposition reagierte scharf. Reform-UK-Chef Nigel Farage sprach von einem „totalen Verrat am Brexit-Großbritannien“ und an Burnhams Wahlkampfbotschaft in Makerfield. Der konservative Schatten-Innenminister Chris Philp erklärte: „Die Briten haben dafür gestimmt, die Freizügigkeit zu beenden, und es kann keine Rückkehr dazu geben.“
