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Cerrado: Savannenböden speichern viel Kohlenstoff – Klimafinanzierung übersieht sie

Laut einem Fachbeitrag in „Plants, People, Planet“ speichern Böden in Brasiliens Savanne bis zu 1.200 Tonnen Kohlenstoff je Hektar. Kohlenstoffmärkte seien aber auf Wälder zugeschnitten.

Symbolbild: Cerrado-Savanne im Nationalpark Chapada dos Veadeiros, Brasilien

Symbolbild · Foto: Eliane de Castro / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Offene Ökosysteme wie Savannen und Grasländer fallen bei der Klimafinanzierung weitgehend durch das Raster. Zu diesem Schluss kommt ein am 23.10.2026 in der Fachzeitschrift „Plants, People, Planet“ (Wiley, New Phytologist Foundation) veröffentlichter Policy Brief über den brasilianischen Cerrado. Leitautorin ist Franciele Peixoto von der Regierung des Bundesstaates Goiás, beteiligt sind unter anderem das Cary Institute of Ecosystem Studies (USA) und die Universität Campinas (UNICAMP). Es handelt sich um eine Bewertung auf Grundlage früherer Forschung der Autorinnen, nicht um neue Messungen; vorgestellt wurde sie erstmals auf der Klimakonferenz COP30.

Laut dem Beitrag speichern Cerrado-Böden bis zu 1.200 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar, nach Angaben der Autoren pro Hektar etwa das Sechsfache des Kohlenstoffs in der Vegetation des Amazonas-Regenwalds. Ein Teil davon sei bis zu 20.000 Jahre alt. Der Cerrado speist zudem zwei Drittel der großen Flüsse Brasiliens. Mehr als 46 Prozent der ursprünglichen Fläche sind laut einer Studie von 2022 bereits für Äcker und Weiden gerodet. „Alle Standards und Methoden für Kohlenstoffmärkte basieren auf Waldflächen“, sagte Peixoto. Offene Ökosysteme fielen daher bislang durchs Raster.

Der Wert von 1.200 Tonnen ist ein Höchstwert, kein Durchschnitt; Unsicherheitsbereiche nennt die Mitteilung nicht. Die Autorinnen sehen im Schutz intakter offener Landschaften dennoch einen bisher unterschätzten Hebel für den Klimaschutz. Die Pflanzenökologin Natashi Pilon (UNICAMP) betonte zudem deren Bedeutung für die Wasserversorgung. Ein globales System umzubauen, das nicht für offene Ökosysteme gedacht war, werde „nicht über Nacht“ gelingen, so Peixoto.

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