Hitzesommer 2026: Studie führt rund 32.000 Tote in Europas Städten auf Klimawandel zurück
Forschende aus London schätzen über 50.000 hitzebedingte Todesfälle in 854 Städten – mehr als in jedem Sommer seit 2000. In Deutschland sollen es rund 6.300 gewesen sein.

Archivbild · Foto: NASA Earth Observatory image by Joshua Stevens, using GEOS-5 data from the Global Modeling and Assimilation Office at NA / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Der Sommer 2026 war nach einer Schätzung des Grantham Institute am Imperial College London und der London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSHTM) der tödlichste Hitzesommer in Europas Städten seit Beginn der Aufzeichnungen. Das Team um Leitautorin Clair Barnes modellierte 854 Stadtgebiete in 30 Ländern (EU-Staaten, Großbritannien, Norwegen, Schweiz), in denen rund 40 Prozent der Bevölkerung leben. Für Ende Mai bis August errechnete es mehr als 50.000 hitzebedingte Todesfälle. Rund 65 Prozent, also mehr als 32.000, führen die Forschenden auf den menschengemachten Klimawandel zurück. Dazu verglichen sie die tatsächlichen Temperaturen mit einer Welt ohne Erwärmung. 2003 lag dieser Anteil laut Studie bei 42 Prozent, 2022 bei 59 Prozent.
Die höchsten Zahlen schätzen die Autoren laut Euronews für Italien (13.303), Frankreich (7.268), Spanien (6.824), Deutschland (6.340) und Großbritannien (4.354). Etwa ein Drittel der Todesfälle fiel in die Hitzewelle vom 17. Juni bis 1. Juli. Rund die Hälfte der Verstorbenen war älter als 85 Jahre, etwa 6.000 jünger als 65. Bisherige Höchstwerte waren laut Euronews rund 29.000 (2022) und 28.000 (2003).
Die Zahlen sind Modellschätzungen, keine gezählten Sterbefälle; amtliche Statistiken liegen noch nicht vor. Die Studie zum Sommer 2026 ist laut Inside Climate News zur Veröffentlichung angenommen, aber noch nicht erschienen, eine Begleitstudie zu den Sommern 2000 bis 2025 erschien in „Nature Health“. Unsicherheitsbereiche nennen die Berichte nicht. Co-Autor Pierre Masselot (LSHTM) nannte den Sommer eine weitere „dramatische Erinnerung“ daran, dass der Klimawandel „das Problem aller“ sei.
