Morbus Crohn und Colitis: Antikörper-Muster im Blut schon Jahre vor der Diagnose
Eine auf der UEG Week vorgestellte Studie fand bei späteren Patienten bis zu zehn Jahre vorher eine geringere Antikörpervielfalt. Für Vorsorgetests ist es laut Autoren zu früh.

Symbolbild · Foto: Frankincense Diala / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa könnten sich im Blut schon lange vor den ersten Beschwerden abzeichnen. Das legt eine Studie nahe, die am 19.10.2026 auf dem Gastroenterologie-Kongress UEG Week in Barcelona vorgestellt wurde. Eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift steht laut Bericht von ScienceDaily (24.10.2026) noch aus.
Das Team um Erstautor Arno Bourgonje untersuchte 2.000 Blutproben von 500 Menschen: 200 erkrankten später an Morbus Crohn, 200 an Colitis ulcerosa, 100 blieben gesund. Die Proben stammten vom Zeitpunkt der Diagnose sowie etwa zwei, vier und zehn Jahre davor. Getestet wurden Antikörperreaktionen auf rund 357.000 Antigene, etwa von Bakterien, Viren und Lebensmitteln. Später Erkrankte hatten eine deutlich geringere Vielfalt an Antikörpern, schon bis zu zehn Jahre vor der Diagnose. Ein Computermodell unterschied künftige Crohn-Patienten von Gesunden mit einer Trefferkennzahl (AUC) von 0,90, bei Colitis von 0,84; ein Wert von 1 wäre perfekt.
Die Forschenden sprechen ausdrücklich von einem Machbarkeitsnachweis. Ein Bluttest für die Früherkennung sei noch nicht reif: Die Muster müssten laut Bourgonje erst in unabhängigen, vielfältigeren und über längere Zeit beobachteten Gruppen bestätigt werden. Die Meldung ist eine allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
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