Bluthochdruck: Ohr-Stimulation für zu Hause zeigt in kleiner Studie gemischte Ergebnisse
Ein Gerät mit Clips am Ohr soll über Nervenreize den Blutdruck senken. In einer Londoner Studie half es insgesamt nicht messbar – wohl aber Menschen mit schwerem Bluthochdruck.

Symbolbild · Foto: Jacek Halicki / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Kann ein schwacher elektrischer Reiz am Ohr den Blutdruck senken? Das hat ein Team der Queen Mary University of London in der Studie SCRATCH-HTN untersucht, die in der Fachzeitschrift „Hypertension“ der American Heart Association erschienen ist, wie ScienceDaily am 24.10.2026 berichtete. Getestet wurde ein Handgerät der Firma Afferent Medical Solutions, dessen zwei Clips am Tragus sitzen, dem kleinen Knorpel vor dem Gehörgang. Das Verfahren heißt transkutane autonome Neuromodulation und lässt sich zu Hause anwenden. Gefördert wurde die Studie vom britischen National Institute for Health and Care Research.
Teilgenommen haben 63 Erwachsene, deren Blutdruck trotz mindestens eines Medikaments zu hoch war. Per Los erhielten sie entweder echte Stimulation oder ein Scheingerät, zwei Wochen lang täglich 30 Minuten, danach zehn Wochen einmal pro Woche. Das Gerät war sicher und gut verträglich. Über alle Teilnehmenden hinweg gab es aber keinen statistisch signifikanten Unterschied beim Blutdruck. Nur in einer vorab festgelegten Untergruppe mit schwererem Bluthochdruck sank er mit echter Stimulation stärker als mit dem Scheingerät.
Studienleiter Ajay Gupta sprach von einer Technik, die „letztlich eine günstige, skalierbare Lösung für Millionen“ sein könnte. Die Forschenden betonen aber, dass die Studie klein ist und größere Untersuchungen folgen müssen. Eine Zulassung des Geräts gegen Bluthochdruck wird im Bericht nicht genannt. Die Meldung ist allgemeine Information; Medikamente sollten nicht ohne ärztliche Rücksprache verändert werden.
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