Nach Stoß gegen Journalistin: Opposition verlangt Dozowas Rücktritt
GERB, DPS und PP fordern den Rücktritt der Parlamentspräsidentin, Wasraschdane den von Präsidentin Jotowa. Journalistenverband AEJ verlangt Konsequenzen für den NSO.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Der Vorfall vor der Zentrale von „Progressives Bulgarien“ hat drei Tage vor der Präsidentenwahl eine Welle politischer Forderungen ausgelöst. Nach Berichten von BNT und „24 Tschasa“ verlangten GERB-SDS, die DPS und PP-Chef Assen Wassilew den Rücktritt von Parlamentspräsidentin Michaela Dozowa. GERB forderte zudem eine unabhängige Überprüfung der beteiligten NSO-Beamten. DPS-Chef Deljan Pejewski rief Premier Rumen Radew auf, Dozowa abzuberufen, und Präsidentin Ilijana Jotowa, den NSO-Chef zu entlassen. Wassilew sprach von „völliger Selbstvergessenheit“.
Wasraschdane-Chef Kostadin Kostadinow ging weiter und forderte Jotowa, die bei der Wahl am Sonntag kandidiert, zum Rücktritt auf. Das Verhalten gegenüber der Journalistin sei „absolut ungerechtfertigt und unmenschlich“, schrieb er auf Facebook; Dozowa müsse ihr eigenes Verhalten erklären. Iwajlo Mirtschew vom Bündnis „Demokratisches Bulgarien“ sagte, die Aufgabe des NSO sei es nicht, die Regierenden vor Fragen zu schützen. Jotowa selbst rief alle Seiten im aufgeheizten Wahlkampf zu Zurückhaltung auf.
Die Vereinigung Europäischer Journalisten in Bulgarien (AEJ) verlangte eine schnelle und transparente Untersuchung. Der Beamte und seine Kollegen hätten den Ort verlassen, ohne sich um den Zustand der Verletzten zu kümmern. Das NSO-Gesetz verpflichte die Beamten, Leben und Gesundheit der Bürger nicht zu gefährden; das Video zeige einen Verstoß dagegen. Auch Dozowa trage politische Verantwortung, weil sie ihre Leibwächter nicht zum Bleiben angewiesen habe.
