Grindr setzt auf HIV-Prävention: Chef peilt 1,5-Milliarden-Dollar-Geschäft mit PrEP an
Die Dating-App Grindr baut nach dem Kauf des Telemedizin-Anbieters Freddie ein Gesundheitsgeschäft auf. Konzernchef George Arison peilt bis 2030 rund 300.000 PrEP-Verordnungen in den USA an.

Symbolbild · Foto: Jeffrey Beall / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Dating-App Grindr will sich stärker als Gesundheitsanbieter aufstellen. Konzernchef George Arison skizzierte in einem Interview mit dem Gesundheits-Newsletter Out-of-Pocket das Ziel, das Geschäft mit der HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bis 2030 auf einen Wert von 1,5 Milliarden Dollar zu bringen; angepeilt seien rund 300.000 Verordnungen in den USA, berichtete das Branchenportal Global Dating Insights am 21. Oktober. Grundlage ist die Übernahme des Telemedizin-Anbieters Freddie für 250 Millionen Dollar, die Grindr Ende September angekündigt hatte. Freddie stellt nach diesen Angaben in Kanada rund ein Drittel der PrEP-Verordnungen aus und ist seit etwa anderthalb Jahren auch in den USA aktiv.
PrEP ist ein Medikament, das HIV-negative Menschen vorbeugend einnehmen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Laut Fast Company nutzten 2025 in den USA erstmals mehr als 644.000 Menschen PrEP, die Gesundheitsbehörde CDC schätzt, dass 2,2 Millionen davon profitieren könnten. Arison sagte dem Magazin, jeder, der dieses Medikament nehmen könne, solle es auch nehmen. Grindr bündelt seine Angebote unter „Grindr Health“; dazu gehört bereits der 2025 gestartete Dienst Woodwork, der unter anderem Mittel gegen Erektionsstörungen vermittelt.
Geprüft werden laut Global Dating Insights auch Funktionen wie Erinnerungen an die Medikamenteneinnahme oder die Möglichkeit, verifizierte Daten des letzten HIV-Tests oder PrEP-Verordnungen im Profil zu zeigen – freiwillig und nur mit Zustimmung der Nutzer. Gerade solche Gesundheitsdaten gelten als besonders schutzbedürftig; wie Grindr sie speichern und von den Dating-Daten trennen will, geht aus den Berichten nicht hervor. Wirtschaftlich erwartet Arison langfristig Margen, die mit denen des Dating-Geschäfts vergleichbar oder höher sind.
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