65 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei: Merz spricht beim Festakt in Berlin
Kanzler Merz würdigt die Menschen, die aus der Türkei kamen. Integrationsbeauftragte Pawlik beklagt anhaltende Diskriminierung bei Wohnungssuche, Bewerbungen und in der Schule.

Archivbild · Foto: Dati Bendo / European Union, 2025 / EC - Audiovisual Service / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nimmt am Dienstagnachmittag in Berlin an einem Festakt zum 65. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens teil. Nach Angaben des Bundeskanzleramts will er in seiner Rede die Menschen würdigen, die aus der Türkei nach Deutschland kamen und mit ihrer Arbeit zum wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand des Landes beigetragen haben. Das Abkommen war am 30. Oktober 1961 unterzeichnet worden. Gastgeberin ist die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Natalie Pawlik; eine Rede hält auch der türkische Botschafter Gökhan Turan, zudem ist ein Gespräch mit Vertretern der ersten Generation und ihren Nachkommen geplant.
Pawlik sagte der „Rheinischen Post“, Rassismus und Diskriminierung gegenüber türkeistämmigen Menschen bestünden weiter – bei der Wohnungssuche, bei Bewerbungen und in der Schule. Wer 120 Prozent geben müsse, um als 100 Prozent zu gelten, sei nicht schlecht integriert, sondern werde schlecht behandelt. Sie forderte, Integrationsstrukturen wie Sprach- und Integrationskurse sowie Hilfen bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen dauerhaft zu finanzieren.
Die türkische Botschaft in Deutschland erklärte gegenüber derselben Zeitung: „Unsere engen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen wollen wir weiter vertiefen.“ Als Ziele nannte sie mehr bilateralen Handel und Fortschritte bei der Visaliberalisierung. Als Beispiel für Leistungen türkeistämmiger Menschen verwies die Botschaft auf die Entwicklung des Corona-Impfstoffs durch Özlem Türeci und Uğur Şahin.
