Lindholz beklagt rauen Ton im Bundestag – Kritik am Umgang der AfD mit Frauen
Die CSU-Bundestagsvizepräsidentin wirft vor allem der AfD fehlenden Respekt vor Rednerinnen vor. Gegen den AfD-Abgeordneten Reichardt wurde ein Ordnungsgeld verhängt.

Archivbild · Foto: Hendrik Steffens / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) sagt im Interview mit ZDFheute, der Umgang im Parlament sei in dieser Wahlperiode „sehr viel rauer geworden“ – „nicht in der Sache, sondern im Miteinander“. Die extremen Parteien sprächen sehr fokussiert auf soziale Medien hin. Die Debatten seien „wesentlich unschöner geworden und teilweise eben auch persönlich verletzend“. „Das Schlimme ist, wir werden selbst noch zum Objekt für Social Media“, sagte Lindholz, die seit März 2025 Vizepräsidentin ist.
Vor allem der AfD fehle es an Respekt gegenüber Frauen, so Lindholz. Über Rednerinnen gebe es manchmal Sprüche über ihr Aussehen, während ihrer Reden gebe es pausenlose Zwischenrufe; der Respekt ihnen gegenüber sei „ein anderer, ein geringerer“. Frauen aus allen Fraktionen hätten sie darauf angesprochen, doch die Sitzungsleitung könne schwer eingreifen, wenn sie eine Bemerkung selbst nicht genau wahrgenommen habe. Als Beispiel nannte sie die Rede des AfD-Abgeordneten Martin Reichardt in der vergangenen Woche. Gegen ihn wurde ein Ordnungsgeld verhängt; dabei habe sie klar gesagt, „dass es jetzt reicht“. „Einsicht kann ich bei den Betreffenden nicht erkennen“, sagte Lindholz und unterschied zwischen einer folgenlosen Rüge und Ordnungsruf oder Ordnungsgeld.
